Unterwegs auf Rhône und Saône
Flamingos, kühler Pastis, alte Abteien und historische Städte dazu Lavendelduft – Savoir-vivre pur. Ingrid Brunner war mit der ANNABELLE im Süden Frankreichs unterwegs.
Lautlos gleitet MS Annabelle dahin, kein Motorengeräusch ist vernehmbar, keine Vibrationen sind an Bord zu spüren. Schiffsbewegungen wie auf Hochseeschiffen? Fehlanzeige! Seekrankheit ist hier kein Thema. Es ist sehr heiß, wenig verwunderlich in Südfrankreich im Sommer. Das Sonnendeck lässt sich erst nach Sonnenuntergang so richtig genießen.
Gut, dass das Schiff angenehm klimatisiert ist, so kann man es den Franzosen gleichtun und sich am Nachmittag gepflegt zu einer Siesta auf die Kabine zurückziehen. Abends dann streichelt der warme Fahrtwind die Haut. Das Sonnendeck wird zum nächtlichen Treffpunkt. Bei einem Pastis oder einem Gläschen Wein kann man Stunden damit verbringen, in den Himmel zu starren und nach Sternschnuppen Ausschau halten. Oder man schaut dem regen Treiben an den Ufern von Rhône und Saône zu. Dort erhellen Lichtgirlanden Restaurants und Gartenlokale, die Menschen feiern den Sommer und die lauen Nächte, es ist schließlich August und ganz Frankreich macht fern der Hauptstadt Urlaub auf dem Land.
Und was für ein Land, das man da mit dem Schiff durchfährt! Die berühmtesten Weinlagen Frankreichs, ja der Welt, ziehen am Ufer vorbei: Burgund, Mâcon, Beaujolais. Auf Landausflügen erkunden die Gäste berühmte Weinorte – Beaune, Chablis, Meursault oder Châteauneuf-du-Pape. Es ist nicht übertrieben, vom Herzland der französischen Kulinarik und der Kunst des Weinmachens zu sprechen. Davon können sich Feinschmecker unter anderem auf einer Gourmet-Tour durch Lyon auf den Spuren des legendären Kochs Paul Bocuse überzeugen.
Auch wer sich nicht für die Haute Cuisine begeistert, wird feststellen, dass Lyon einen Besuch wert ist. Am 15. August läuten langanhaltend die Glocken der Stadt: Es ist Mariä Himmelfahrt, ein katholischer Feiertag, sogar an einem Montag sind die Gotteshäuser voller Kirchgänger. Das, obwohl das laizistische Frankreich schon während der französischen Revolution die strikte Trennung von Kirche und Staat vollzogen hat. Auch die Kathedrale Notre-Dame de Fourvière, auf gleichnamigen Hausberg der Stadt, ist voller Menschen. Man kann mit einer Kabinenbahn hinauffahren, und dann durch das Vieux Lyonnais, die Altstadt, mit ihren engen Gässchen und vielen kleinen Lokalen und Geschäften, hinunter spazieren….
… Lesen Sie weiter in AN BORD 1/2026.
Fotos: enapress.com, Ingrid Brunner (1), Oliver Asmussen/Oceanliner-Pictures.com (1)









