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Mit einer Insel auf Nordlandfahrt

Enchanted Isle – Zauberinsel – so hieß ein Kreuzfahrtschiff, mit dem die Deutsch-Russische Baltic Line in der Sommersaison 1993 Nordlandkreuz­fahrten durchführte und das für deutsche Passagiere zu Niedrigst-Preisen, so zum Beispiel eine einwöchige Reise in einer 2-Bett-Innenkabine für 745,- DM. Jürgen Saupe war mit von der Partie.

Die auch seinerzeit schon recht betagte Dame Enchanted Isle wurde 1958 als Argentina in den USA für die Moore McCormack Lines, New York gebaut. Nach einem wechselvollen Leben unter verschiedenen Namen sollte das Schiff im Juni 1993 seinen „Altersruhesitz“ als Hotelschiff Commodore Hotel im russischen St. Petersburg erhalten. Diese Absicht wurde jedoch kurzfristig verschoben, da die Baltic Line für die geplanten Nordlandfahrten dringend ein Ersatzschiff suchte. Die vorgesehene Baltic Clipper stand nicht zur Verfügung. So wurde diese „Old Lady“ in einer „Hau-Ruck-Aktion“ reaktiviert.

Die Kreuzfahrten begannen und endeten am Bollhörnkai in Kiel, fast im Herzen der City und unmittelbar neben dem Stena-Terminal.

Anreisenden Fahrgästen wurde bereits frühzeitig das Gepäck abgenommen und in die gebuchte Kabine gebracht. Auf dem Weg zur Gangway erstrahlte die „Old Lady“ im frisch gepönten Weiß. Allerdings konnte sie trotz frischer (noch nicht ganz abgetrockneter) Farbe ihr Alter nicht verleugnen.

Die Kabinen, allesamt erstaunlich groß, waren zum größten Teil erst kurze Zeit vorher renoviert worden und machten einen sauberen Eindruck, ebenso die Gänge und Foyers mit neuen Teppichböden und hellen Farben. Alles sah zwar ein wenig steril aus (die amerikanische Herkunft ließ sich eben nicht so ganz verleugnen). Im Lido-Restaurant war zur Einschiffungszeit ein kalt-warmes Buffet aufgebaut. Es gab zwar keine extravaganten Dinge, aber immerhin mehr als auf vielen seinerzeit wesentlich teueren Schiffen, die mit deutschen Passagieren in See stachen, ganz abgesehen davon, dass es damals auch so manche Kreuzfahrtschiffe gab, bei denen für neu eingestiegene Gäste sogar „Hungern“ bis zum Abend­essen angesagt war…

… Lesen Sie weiter in der neuen AN BORD 3/25.

Fotos: Jürgen Saupe