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Norwegen macht auf – „Hanseatic Nature“ war da

Die norwegische Regierung bereitet weitere Lockerungen für den Sommer vor. Der Reiseverkehr für geimpfte, getestete oder genesene Touristen aus Deutschland könnte ab dem 5. Juli möglich sein. Das gilt dann für Bürger aus Ländern, in denen die 14-Tage-Inzidenz unter 50 positive Tests auf 100000 Einwohner liegt. In Deutschland ist der Wert inzwischen bei 25,08 Fällen auf 100000. Frankreich, Spanien, Belgien und die Niederlande liegen derzeit noch deutlich über der 50er Marke.

Voraussetzung ist für die Einreise ist die Teilnahme am digitalen Impfnachweis-Programm „EU Gateway“, mit dem die norwegischen Behörden noch in dieser Woche verbunden werden. Bereits am Donnerstag begrüßten die Hurtigruten die Entscheidung der norwegischen Regierung. „Hurtigruten nimmt wieder Fahrt auf! Mit dem Ende der Reisebeschränkungen freuen wir uns sehr darüber, wieder deutsche, österreichische und schweizer Gäste bei uns ans Bord begrüßen zu dürfen, um Ihnen die Schönheit Norwegens zu zeigen“, so Heiko Jensen von Hurtigruten aus Hamburg.

Und auch die Color Line bereitet die Aufnahme der normalen Reisetätigkeit vor. „Wir prüfen gerade die Möglichkeiten, wie wir die Vorgaben für den Reiseverkehr schnell umsetzen können“, so Dirk Hundertmark, Geschäftsführer der Color Line in Deutschland. Am Donnerstag startete mit der Color Fantasy auch die zweite Kreuzfahrtfähre der Reederei nach dem sechsmonatigen „Corona-Stopp“. Noch am Wochenende weitere Informationen zum Sommerreiseprogramm mit der Color Line erwartet.

Einreisen darf aber zunächst nach Norwegen nur der, der auch am digitalen Impfnachweis-Programm der EU teilnimmt. Die Registrierung der Impfung in der App des Smartphones ist dabei ein wichtiger Schritt.

Auch die Kreuzfahrtreedereien bereiten die Aufnahme der Reisen nach Norwegen vor. „Norwegen ist für unsere Gäste ein sehr attraktives Ziel“, so Hansjörg Kunze. Es deutet einiges darauf hin, dass ab dem 5. Juli auch wieder Kreuzfahrten nach Norwegen erlaubt sein werden.

Als eines der ersten Kreuzfahrtschiffe lief am 24. Juni die Hanseatic Nature zu einer Scenic-Reise in den Oslofjord ein und fuhr bis in den Stadthafen von Oslo. Ein Landgang war aber noch nicht erlaubt. FB

„Color Magic“ startet am 9. Juni

Die Normalisierung des Reiseverkehrs geht weiter. Die norwegische Reederei Color Line wird den seit Januar ruhenden Betrieb der Kreuzfahrtfähren zwischen Kiel und Oslo im Juni wieder aufnehmen. Wie die Reederei am Freitag in Oslo bekanntgab, wird am 9. Juni die Color Magic wieder Kurs auf Kiel nehmen. Zunächst nur mit norwegischen Passagieren und Lastwagenfahrern an Bord. Am 24. Juni soll dann auch das Schwesterschiff Color Fantasy starten.

„Es ist ein Tag der Freude für die Mitarbeiter und alle Gäste des Unternehmens“, so Trond Kleivdal, Vorstand der Reederei. Die Freigabe des Reiseverkehrs für norwegische Kreuzfahrtgäste bedeute den nächsten Schritt hin zur Normalisierung. Vorerst dürfen aber nur Gäste aus Norwegen mit den Schiffen nach Kiel fahren. Landgang ist gemäß den geltenden Vorgaben der Regierung in Oslo noch nicht erlaubt.

Color Fantasy, Foto: Frank Behling

Die schrittweise Öffnung Norwegens sei ein wichtiges Signal, so die Reederei. Das nächste Ziel ist die Wiederaufnahme des Tourismusverkehrs mit den nordischen Ländern und Deutschland im Sommer. In diesem Sommer zu öffnen. Auch mit Blick auf dieses Ziel sei Erlaubnis der schrittweisen Wiedereröffnung der Linie Kiel-Oslo ein wichtiges Signal, so Kleivdal. Diese Öffnung für Touristen aus nordischen Nachbarstaaten Schweden und Dänemark sowie aus Deutschland könne die Color Line dazu beitragen, Tausende norwegischer Arbeitsplätze im Tourismus zu sichern.  FB

Norwegen: Grenzen bleiben dicht

Die Hoffnung auf Kreuzfahrten nach Norwegen haben sich auch für den Frühsommer zerschlagen. Die norwegische Regierung hat zwar einen Stufenplan zur schrittweisen Öffnung aus dem Lockdown verkündet. Es gibt jedoch keinen verbindlichen Zeitplan. „Wir bereiten uns auf eine weitere Verlängerung der Aussetzung des Fahrplans vor“, sagte Dirk Hundertmark, Geschäftsführer der Color Line.

Lockerungen der strengen Reiseverbote sollen an die Entwicklung der Inzidenzen gekoppelt sein. Für spontane deutsche Urlauber bleibt Norwegen weiter geschlossen. Das beinhaltet auch Kreuzfahrten. Erste Lockerungen zeichnen sich für Norweger ab. So rechnet man bei der Color Line damit, dass die beiden Kreuzfahrtfähren Color Fantasy und Color Magic in der zweiten Hälfte des Monats Mai wieder in Betrieb kommen könnten. Dann aber vorerst nur für norwegische Passagiere. Der Stufenplan der norwegischen Regierung sieht vor, dass bei einem weiter so positiven Verlauf der Pandemie in Norwegen der „Inlands-Tourismus“ ab Mitte Mai wieder möglich sein könnte.

Color Fantasy, Foto: Frank Behling

Zum Inlandstourismus gehörten 2020 auch die Color Magic und die Color Fantasy. Die beiden zwischen Kiel und Oslo pendelnden Kreuzfahrtfähren dürfen dann aber nur für norwegische Passagiere genutzt werden. Die norwegischen Passagiere dürfen dabei in Kiel das Schiff nicht verlassen. „Das wird sich aber bestimmt im Sommer mit steigenden Impfzahlen ändern. Ein Datum lässt sich aber nicht abschätzen“, so Hundertmark.

Zuletzt hatte es in Norwegen im März sehr hohe Infektionszahlen gegeben. Die Inzidenz ist inzwischen in Norwegen im Schnitt bei 50. Nachdem es bis Anfang April zum Teil über 800 Neuinfektionen pro Tag in Norwegen gab, fallen die Zahlen seit dem 14. April Tag um Tag.

Foto: Frank Behling

Die norwegische Regierung hat aber auch Kreuzfahrtschiffen für Panorama-Reisen weiter die Einfahrt in die Fjorde verboten. Seit August 2020 war kein ausländischen Kreuzfahrtschiff mit Passagieren mehr in Norwegen. Die letzten Schiffe waren am 5. August die Mein Schiff 1 und die Mein Schiff 2 in Oslo.

In Dänemark bleiben die Auflagen für die Einreise aus touristischen Gründen auch streng. Die Einreise zum Urlaub aus Deutschland ist ab Mai nur für Bürger aus Schleswig-Holstein erlaubt. Wann Dänemark wieder uneingeschränkte Einreise erlaubt, ist noch unklar. FB

Corona: Keine Entspannung in Norwegen

Die Ausbreitung der Corona-Pandemie ist auch in Norwegen bislang nicht zu stoppen gewesen. Da sich die Zahlen gerade in den Regionen um die großen Städte Oslo und Bergen nicht senken lassen, droht auch in Norwegen ein längerer und härterer Lockdown. Die Regierung hat keine Erleichterungen für den Reiseverkehr in Aussicht gestellt. 450 Personen sind auf den Intensivstationen der Krankenhäuser.

Die Reederei Color Line richtet sich deshalb auf eine längere Unterbrechung des Passagierverkehrs mit Fähren nach Norwegen ein. Lediglich die Frachtfähre Color Carrier sowie die Superspeed-Fähren sind aktiv im Einsatz.

Am 4. Januar hatte die Color Line den Passagierverkehr zwischen Kiel und Oslo für zunächst zwei Wochen ausgesetzt. Da sich die Infektionslage in Norwegen in dieser Zeit nicht entspannt hat, wird diese Pause fortgesetzt.

Derzeit ist auch noch offen, wann es wieder eine normale Einreise von Touristen nach Norwegen geben wird. Planung für Reisen im Frühjahr sind derzeit nicht möglich. Die norwegische Regierung unter Führung von Ministerpräsidentin Erna Solberg hatte zuletzt Hoffnungen auf eine schnelle Rückkehr zur Normalität eine Absage erteilt. „Man befinde sich in einer sehr ernsten Situation“, so Solberg.

Die Infektionszahlen sind auch in Norwegen in den ersten Januartagen stark gestiegen. So gab es in der zweiten Januarwoche zum Teil 500 bis 700 Neuinfektionen pro Tag in Norwegen. Sollten sich diese Zahlen festigen, wird nicht mit einer schnellen Normalisierung des Reiseverkehrs 2021 nach Norwegen gerechnet.

Es gibt aber auch einen Lichtblick. Am 14. Januar gab es an einem Tag mit 75 Neuinfektionen den niedrigsten Wert seit dem 12. September. Von Entwarnung will die norwegische Gesundheitsbehörde NIPH aber deshalb nicht sprechen. FB

Norwegen weitet Lockdown aus

Die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg bleibt bei ihrem harten und kompromisslosen Kurs in der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Am 5. Januar musste deshalb auch die Color Line die Beförderung norwegischer Passagiere bei Kurzkreuzfahrten einstellen.

Nach dem zweiten Lockdown im September hatte die Regierung der Reederei zumindest die Beförderung von norwegischen Passagieren auf der Route Oslo-Kiel erlaubt. Da aber auch in Norwegen die Infektionszahlen weiter steigen, sind auch dort jetzt alle touristischen Reiseaktivitäten bis auf weiteres untersagt.

Die Color Magic steuerte deshalb am 5. Januar einen Liegeplatz in Oslo an und bleibt zusammen mit ihrer bereits seit November aufliegenden Schwester Color Fantasy an der Pier.

Nur die Frachtfähre Color Carrier pendelt weiter zwischen Oslo und Kiel. Auf einer Pressekonferenz stimmte Solberg die Norweger auf einen längeren Kampf gegen die Pandemie ein. Zu Fragen für den Sommer machte die Regierung noch keine Ansagen und verwies auf die Gesundheitsbehörden.

Bei der Color Line Zuvor hatte es im Dezember elf positive Corona-Tests in der Crew der Color Magic gegeben. Die Fähre musste eine Woche in Oslo an der Pier bleiben.

In Norwegen gelten seit dem 6. Januar auch strenge Kontaktbeschränkungen. Alkohol darf nicht mehr in der Öffentlichkeit getrunken werden und in Innenräumen dürfen bei öffentlichen Veranstaltungen nur noch zehn Besucher zusammenkommen.

Die Fähren nach Dänemark sowie die Flughäfen sind aber weiterhin geöffnet. Anders als in Deutschland bleiben in Norwegen auch die Restaurants weiter geöffnet. Freizeitaktivitäten wie der Wintersport sind ausdrücklich erlaubt.

Die Color Magic hatte bis zur Einstellung im Schnitt 900 bis 1000 Passagiere als Kreuzfahrtgäste befördert. Die Passagiere durften in Kiel aber weder von Bord noch Kontakt mit deutschem Personal haben.

Als direkte Konsequenz hatte die Reederei am 6. Januar 500 Mitarbeiter von den Schiffen entlassen. Zuvor waren im Herbst bereits 1000 der rund 2200 Mitarbeiter entlassen worden. Vier der sieben Schiffe der Flotte liegen jetzt auf. FB

Corona-Fälle: Die Color Line stoppt „Color Magic“

Die Color Line zieht die Reißleine. Nach mehreren positiven Tests wird die Color Magic am Montag in Oslo vorerst aus dem Verkehr genommen. Grund sind positive Tests in der Crew. Zuerst waren vor Weihnachten in Oslo acht der 150 Crewmitglieder positiv auf das Corona-Virus getestet worden.

Nachdem dann die komplette Crew getestet und das Schiff desinfiziert wurde, gaben die norwegischen Behörden am 26. Dezember wieder grünes Licht für weitere Fahrten.

Doch die Ruhepause währte nur kurz. Wie die Reederei mitteilte, gab es am 27. Dezember bei Routinetests an Bord gleich wieder drei positive Ergebnisse.

Damit sind bei insgesamt 11 der über 150 Crewmitglieder die Tests positiv ausgegangen. Die 900 norwegischen Passagiere sollen aber nicht betroffen sein. „Alle positiv getesteten Crewmitglieder wurden gemäß der Hygienerichtlinien sofort an Bord isoliert“, so der deutsche Color-Geschäftsführer Dirk Hundertmark.

Aufgrund dieser drei neuen Infektionsfälle unter der Besatzung hat die Reederei beschlossen die Überfahrten am 28. und 30. Dezember von Oslo nach Kiel abzusagen, wie Reedereisprecher Helge Otto Mathisen am Sonntag in Oslo mitteilte. Über den weiteren Fahrplan im neuen Jahr werde zeitnah entschieden, hieß es.

Die Passagiere und auch die norwegische Gesundheitsbehörde wurden über die Situation an Bord informiert. Ob alle 900 Passagiere bei der Ankunft in Oslo ebenfalls getestet werden müssen, hängt von der Kontaktnachverfolgung der Behörden und der Reederei ab. 

Alle Passagiere für Reisen am Montag und Mittwoch ab Oslo wurden inzwischen über die Stornierung informiert. Wie es mit den Abfahrten im Januar aussieht hängt jetzt von den weiteren Untersuchungen an Bord ab.

Bei der Color Line gibt es, wie bei skandinavischen Reedereien üblich, ein Zwei-Besatzungskonzept. Die Crewmitglieder haben jeweils zwei Wochen am Stück Dienst und dann zwei Wochen frei. Dabei besteht die Chance, dass sich die Crewmitglieder im privaten Umfeld daheim in Norwegen anstecken.

Seit August befördern die Fähren der Color Line zwischen Kiel und Oslo nur noch Lastwagen sowie norwegische Kreuzfahrtpassagiere, die in Kiel nicht an Land dürfen. FB

Corona bringt Kreuzfahrt in Deutschland zum Stillstand

Die Kreuzfahrtpläne der Hochseereedereien haben in Europa zwei schwere Rückschläge erlitten. Am Mittwoch untersagte die Landesregierung Schleswig-Holsteins der Reederei TUI Cruises in Kiel die Abfertigung der Mein Schiff 1. Gemäß der seit Montag gültigen Landesverordnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie sind in Schleswig-Holstein touristische Aktivitäten untersagt. Das galt zunächst für Hotels und Ferienparks. Am Mittwoch wurde das Verbot auch auf Kreuzfahrten ausgedehnt.

Betroffen ist davon die Mein Schiff 1 von TUI Cruises. Sie ist das letzte Schiff, das noch in Nordeuropa aktiv ist. Nach dem Ende der letzten Reise am Donnerstag werden in Kiel keine neuen Passagiere eingeschifft. Wie die Reederei mitteilte, wurde sie erst am Mittwoch von der Landesregierung informiert, dass die bisherige Genehmigung vom Land widerrufen wurde.

Eine erste Abfrage bei anderen deutschen Häfen habe ebenfalls ergeben, dass auch dort keine Möglichkeit zur Abfertigung bestehe, so TUI Cruises.

„Vor diesem Hintergrund müssen wir schweren Herzens alle für dieses Jahr geplanten „Blauen Reisen“ der Mein Schiff 1 absagen“, so eine Sprecherin von TUI Cruises.

Am Montag hatte in Hamburg auch Hapag-Lloyd Cruises den Betrieb eingestellt. Die eigentlich für den Einsatz in der Ostsee vorgesehene Hanseatic inspiration wurde bei der Werft Blohm + Voss aufgelegt. Die Europa steuerte Bremen an, um für die nächsten Wochen aufgelegt zu werden.

Am Mittwoch wurde in Oslo auch die Color Fantasy der Color Line aufgelegt. Das Kreuzfahrtfährschiff wurde von der Color Line vorsorglich bis Anfang 2021 aus dem Liniendienst genommen, da die Buchungszahlen angesichts der Reisebeschränkungen in Norwegen zurückgingen.

Enger wird die Luft für Kreuzfahrten auch in Italien. Noch am späten Mittwoch wird ein Dekret des Ministerpräsidenten erwartet, dass Kreuzfahrten nur noch von Schiffen unter italienischer Flagge von italienischen Häfen aus erlaubt. Das Dekret soll am 8. November in Kraft treten.

Keine Restriktionen gibt es gegenwärtig für die Reisen von den Kanarischen Inseln sowie von griechischen Häfen aus. Allerdings sind hier die Genehmigungen der lokalen Behörden auch abhängig von der Infektionsentwicklung vor Ort.  FB

Corona trifft jetzt auch die Fährgesellschaften

Die Entwicklung im Reiseverkehr schien sich im Sommer zu normalisieren. Doch spätestens seit dieser Woche ist klar, es wird ein sehr ungemütlicher Winter. Die Fährreedereien stellen die Weichen für den Winter. Zusätzlich belastet noch der Brexit in Westeuropa den Fährmarkt.

Die Color Line wollte eigentlich im Oktober das 30 jährige Jubiläum der Gründung feiern. Doch statt Freude und Feste bereitet Reedereivorstand Trond Kleivdal das Unternehmen auf einen stürmischen Winter vor.

Bereits im ersten Halbjahr 2020 hat die Reederei durch eine fast dreimonatige Unterbrechung auf der Linie Kiel-Oslo einen Verlust von rund 500 Millionen norwegischer Kronen eingefahren.

Nachdem im Juni die Grenzen in Norwegen wieder geöffnet wurden, gab es zarte Entwarnung. Seit September ist jetzt wieder Unruhe im Haus. Die Linie Strömstad – Sandefjord wurde komplett eingestellt und die Linie Kiel-Oslo wieder auf eine Frachtlinie mit kleinem Kreuzfahrtangebot für norwegische Urlauber weiter betrieben.

Da auch in Norwegen die Regierung vor der Ausweitung der Pandemie warnt, ging die Nachfrage nach Kurzkreuzfahrten mit der Color Line deutlich zurück. „Deshalb musste die Reederei reagieren und wird eine der beiden Kreuzfahrtfähren auf der Route Kiel-Oslo durch eine Frachtfähre ersetzen“, sagte der deutsche Geschäftsführer Dirk Hundertmark.

Ab dem 4. November wird die Color Fantasy im Oslofjord geparkt. Grund sind die Reiseeinschränkungen und die damit einhergehenden Einbrüche bei den Buchungszahlen.

Eine Reaktivierung soll es laut Color Line erst geben, wenn sich das Infektionsgeschehen bessert und die Reisebeschränkungen der norwegischen Regierung gelockert werden. Die Schiffe verfügen über knapp 1000 Passagierkabinen für 2990 Passagiere. Auf den Fahrzeugdecks ist Platz für 1270 Lademeter, was etwa 120 Ladungseinheiten entspricht. Das jüngere Schwesterschiff Color Magic wird weiter im Liniendienst bleiben und nur norwegische Kreuzfahrtpassagiere und Lastwagen befördern.

Die norwegischen Passagiere dürfen in Kiel aber nicht an Land. „Die Kapazitätsreduzierung ist leider erneut erforderlich. Es ist auch von entscheidender Bedeutung, dass die norwegische Regierung und das Parlament im Herbst und auch für das nächste Jahr Entschädigungsregelungen vorsehen“, sagt Trond Kleivdal, Vorstand der Color Line.

Color Magic, Foto: enapress.com

Die Reederei hat bereits im ersten Halbjahr einen Verlust von umgerechnet 45 Millionen Euro eingefahren und mit drastischen Maßnahmen versucht, die Kosten zu reduzieren. Die 2004 gebaute Color Fantasy und die drei Jahre jüngere Color Magic fahren seit Ende August nur als Kreuzfahrtschiffe für norwegische Gäste.

Deutsche Urlauber dürfen wegen der strikten Abschottung Norwegens seit August nicht mehr an Bord. Bereits eingestellt wurde die Verbindung zwischen Sandefjord in Norwegen und Strömstad in Schweden. Die Schiffe Color Hybrid und Color Viking liegen auf. Auch der Wettbewerber Fjord Line nimmt eine Fähre außer Betrieb nehmen und kündigte einen Personalabbau an.

Gleichzeitig wird der Ruf nach staatlichen Hilfen laut. In einem weiteren Schritt hatte die Reederei im September einen Hybrid-Kredit über 44 Millionen Euro aufgenommen und den Abbau von 300 der 2400 Mitarbeiter eingeleitet. Mit der Stilllegung der Color Fantasy sollen nach Angaben der Reederei weitere 400 Mitarbeiter vorübergehend entlassen werden.

Damit der Gütertransport nicht leidet, wird in den Fahrplan der Color Fantasy die Frachtfähre Color Carrier eingesetzt. Die Color Carrier hat auf ihren Fahrzeugdecks 1775 Lademeter – 500 mehr als die Fantasy. „Die Aufrechterhaltung des Güterverkehrs ist für die Lieferketten sehr wichtig“, so Hundertmark. FB