Unbekanntes Mittelmeer
Dieses Schiff fährt nicht die Mainstream-Routen der Megaschiffe. Also versprechen die angelaufenen Häfen interessant zu werden. Und wenn dann noch ein Genuss-Festival an Bord gefeiert wird, ist die Reise natürlich ausgebucht. Michael Wolf berichtet von einer besonderen Kreuzfahrt mit der “Amera”.
Noch eben hat die Sonne in Porto auf die wunderschöne Altstadt am Douro mit ihren Hügeln, den alten Kirchen, Palästen und den Weinkellereien geschienen. Als wir jetzt wenig später im nahegelegenen futuristischen Kreuzfahrtterminal Leixões einchecken, verschlingen dichte Nebelschwaden den Hafen. Nur schemenhaft sind die Konturen der schneeweißen AMERA erkennbar – wird dies eine Fahrt ins Ungewisse?
Aber schon beim Verlassen des Hafens verzieht sich der Nebel, die Wolken reißen auf. Und dann geht es auf der gesamten Reise immer nur noch der Sonne entgegen.


Die AMERA präsentiert sich beim Rundgang als das komfortable und luxuriöse Schiff, das noch die Großzügigkeit vergangener Tage ausstrahlt. Da ist das elegante Treppenhaus, das sich über mehrere Decks erstreckt. Dazu die unglaublich breiten Promenadendecks mit ihren Holzböden auf Deck 7, die einen Umgang um das gesamte Schiff ermöglichen, und den Gast direkt zum für mich schönsten Ort an Bord führen: die Phoenix Lounge am Heck bietet freien Blick nach fast allen Seiten und eine unglaubliche Nähe zum Wasser an den begehrten privaten Holz-Sitzen. Das kann kaum ein modernes Megaschiff seinen Gästen bieten – und natürlich werden hier auch gute Cocktails gemixt.
Gleich drei Restaurants liegen auf diesem Deck, das Ozean am Heck mit schönen Panoramaaussichten, das modern designte Amera mit seinen Weinvitrinen und das Spezialitätenrestaurant Pichler‘s. Hier herrscht etwas Theateratmosphäre mit den roten Sesseln, den kleinen Separees und den geschwungenen Vorhängen – Bühne frei für ein exzellentes Menü und besten Service.

Gastronomisch abgerundet wird das kulinarische Programm durch die beiden Lidobuffet-Restaurants und den Lido-Wintergarten in hellen Tönen und besten Meerblicken auf Deck 11. In der Mitte des Schiffes lag hier früher der Pool, der einer Fläche für Veranstaltungen, Grillfeste und der Bar „Schöne Aussichten“ gewichen ist. Heute liegt der Pool am Heck umgeben von einem intimen und ansprechenden Bereich zum Abliegen und Sonnen, auf Deck 9 direkt hinter dem Spa-Bereich und dem gut ausgestatteten Fitnessraum.
Die Panoramabar auf Deck 12 ist ebenfalls bemerkenswert – freier Blick nach vorne inklusive.
Eine weitere Besonderheit der AMERA ist die Bibliothek auf Deck 8, eine Oase der Ruhe. Etwas derartiges findet man heutzutage kaum noch auf See: Lichtdurchflutete Räume, bequeme Sessel und Sitzecken, einem schönen Globus und vor allem volle Bücherregale, gut sortiert nach Themen, mit interessanter Literatur, von Krimis über Reiseführer, Biografien und Magazinen, aber auch Computerplätze für das Internet. Auf diesem Deck finden sich auch die Rezeption, ein Pianosalon mit Kamin-illumination, das Reisebüro, der Fotoshop und die durchaus gut sortierten Boutiquen…
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Fotos: enapress.com




















