Links überspringen

Bewuchs am Schiffsrumpf: IMO verabschiedet überarbeitete Richtlinien

Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) hat in der vergangenen Woche neue Richtlinien verabschiedet, um den Bewuchs von Schiffen (sogenanntes Biofouling) zu kontrollieren. Damit kann die Ausbreitung von invasiven Arten verringert werden. Wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) dazu mitteilt, organisiert es dazu am 12. Oktober 2023 einen Runden Tisch in Hamburg, um die Umsetzung der Richtlinien zu unterstützen.

Untergetauchte Oberflächen, zum Beispiel Schiffsrümpfe, werden von Organismen, wie Mikroben, Algen oder Muscheln, besiedelt. Durch diesen auch als Biofouling bezeichneten Bewuchs können Arten an Orte gelangen, wo sie natürlicherweise nicht vorkommen und wo sie sich unter Umständen ansiedeln und ausbreiten können. Dies kann eine Gefahr für den Menschen und die Umwelt darstellen.

„Ein sauberer Schiffsrumpf kann dazu beitragen, die biologische Vielfalt der Meere zu schützen. Darüber hinaus verbrauchen Schiffe so weniger Treibstoff und stoßen weniger Abgase aus“, erklärt BSH-Präsident Helge Heegewaldt. Die neuen Biofouling-Richtlinien seinen daher „Gewinn für Mensch und Umwelt.“

Die Richtlinien waren erstmals 2011 verabschiedet worden und bieten einen einheitlichen Ansatz für das Management von Biofouling. Um die Akzeptanz zu erhöhen, sind sie jetzt weitestgehend überarbeitet worden, jedoch nach wie vor unverbindlich. Sie empfehlen praktische Maßnahmen, wie die Risiken von Biofouling minimiert werden können. Dazu gehört u.a. den Bewuchs regelmäßig zu begutachten und Schiffsrümpfe bestmöglich unter Wasser zu reinigen. Darüber hinaus sollen demnächst IMO-Leitlinien zur Unterwasser-Reinigung entwickelt werden. Dafür können Mitgliedsstaaten bewährte Verfahren zur Inspektion und Reinigung von Biofouling bei der IMO einreichen.

Runder Tisch in Hamburg

Seit 2019 veranstaltet das BSH zusammen mit dem Verband Deutscher Reeder (VDR) erfolgreich einen Runden Tisch „Biofouling“ mit verschiedenen Interessensgruppen. Die Erfahrungen und der Austausch der Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben den Überarbeitungsprozess der Richtlinien unterstützt. Der nächste Runde Tisch findet am 12. Oktober 2023 in Hamburg statt. Bei dem Treffen werden unter anderem die überarbeiteten Richtlinien und mögliche Herausforderungen bei der Umsetzung thematisiert. Das BSH ist ein strategischer Partner des IMO-Projekts GloFouling, dessen Ziel es ist, die Umsetzung der IMO-Richtlinien zu unterstützen sowie bestmögliche Praktiken und einheitliche Standards für das Management von Biofouling zu entwickeln. JPM