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Frischer Wind auf der Kystrute

Nach 15 Jahren Monopol wurden die Lizenzen für die norwegische Küstenroute erstmals wieder an zwei Unternehmen vergeben. Peggy Günther fuhr mit dem neuen Anbieter Havila Voyages von Bergen nach Kirkenes.

Das Fischerdorf Kjøllefjord im hohen Norden Norwegens ruht unter einer weißen Decke. Der Schneegriesel lässt den Tag schläfrig werden, nur noch wachgehalten von gelegentlichen Böen. Die Beleuchtung der kleinen Ameise ist das einzige Lebenszeichen an der Pier, der Hafenarbeiter eine One-Man-Show. Er macht die zwei Bugleinen der HAVILA CAPELLA fest und stapft dann durch den knirschenden Schnee zu seinem Arbeitsgerät. Die Ladeluke ist bereits geöffnet. Zwei kleine Paletten fährt der Mann in das rote Hafengebäude, dann schließt sich die Luke gleich wieder.

Ein Auto fährt zügig über die verschneite Straße gen Hafen.­ Ist das etwa ein Passagier, der noch mitfahren will? Nein, anscheinend wollen die Insassen nur mal das neue Schiff anschauen, dass jetzt auf der Küstenroute unter­wegs ist. Ganz anders sieht es aus als die Schiffe des Monopolisten in den letzten 15 Jahren: dunkelblauer Rumpf, goldener Streifen. Viel Zeit zum Betrachten bleibt den Dorfbewohnern nicht. Nach exakt 15 Minuten hat die HAVILA CAPELLA wieder abgelegt.

Die wenigen Passagiere, die den 27. Hafenstopp ihrer Reise auf den Außendecks beobachtet haben, verschwinden­ schnell wieder ins Schiffsinnere. Das Expeditionsteam­ wird gleich ein Briefing zum nächsten Tag abhalten. Morgen erreicht die HAVILA CAPELLA mit Kirkenes den nördlichsten Punkt ihrer Reise. 2.500 Seemeilen und 34 Häfen liegen dann hinter den Passagieren,­ seit dem Start der Reise in Bergen. Vom Frühling sind sie in den Winter zurückgekehrt. Die meisten­ werden auch auf der südgehenden Route an Bord bleiben. Dann erreicht das Schiff zu anderen Zeiten die Häfen und sie können noch mehr von der norwegischen­ Landschaft genießen, an der man sich nicht sattsehen kann….

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Fotos: Peggy Günther, Uavpic/Havila Voyages (1)

Kalender „Kreuzfahrten 2023“


Motivübersicht „Kreuzfahrten 2023“

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    Wilde Schönheit

    Eine Fahrt mit der Le Bellot zu den Iles de Ponant ist eine Reise in die schönsten Küstengegenden der Bretagne und zugleich zu den Ursprüngen der Reederei. Michael Wolf liess sich von blühenden Inseln und Kormoranen begeistern.

    Kleine Häfen haben oft die Vorteile der kurzen Wege. So auch in St. Malo: Fast im Schatten der alten Granitmauern der einstigen Freibeuter-Hochburg liegt das etwas triste Terminal. Man merkt es: Kreuzfahrtschiffe verirren sich nur selten hierhin. Eigentlich­ erwartet man hier eher das Einchecken auf einer­ Fähre oder einem Ausflugsschiff. Heute liegt wegen des Wasserstandes die elegante LE BELLOT auf Reede­ in der Bucht, es wird getendert.

    Saint-Malo, Foto: enapress.com

    Das Einchecken ist an diesem Sommertag etwas umständlich – viele Namen der Passagiere sind nicht auf der Liste, ein möglicher Informatik-Bug. Und für die ärztlichen­ Kontrollen der ankommenden (wenigen) Passagiere­ muss man etwas Zeit mitbringen.

    Einer der positiven Punkte: das Powerteam der drei Ponant-Tänzerinnen vor dem Boarden. Giovanna aus Sizilien,­ Kerne aus dem argentinischen Patagonien und Melissa aus der französischen Champagne verteilen kleine­ Evian-Fläschchen ebenso grosszügig wie ihr Lächeln,­ eine Charme-Attacke, die auch genervte Wartende wieder mit neuem Karma versorgt.

    Kapitän Pascal Gloger beginnt diese Reise sozusagen vor seiner Haustür – er lebt in St. Malo. Der ehemalige Skipper­ und Cargoschiff-Kapitän stammt aus einer bretonischen Familie, in der schon seit Generationen zur See gefahren wurde. 15 Jahre lang führte er auf den Seychellen den grössten Katamaran der Welt, Pearls of Seychelles.

    Heute weist er bei der Begrüssung darauf hin, dass bei dieser Reise auf 85 Passagiere 107 Besatzungsmitglieder kommen, ein mehr als luxuriöses Verhältnis. Normalerweise haben 184 Passagiere auf dem Schiff Platz.

    Und auch das achtköpfige hochmotivierte Expeditions­team aus Ornithologen, Naturforschern, Historikern und Ozeanographen stellt sich an diesem Abend vor…

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    Bildergalerien

    Das Schiff ohne Treppen

    Die im Sommer 2021 in Dienst gestellte CELEBRITY APEX ist nach der CELEBRITY EDGE das zweite Schiff der neuen Edge-Klasse. Oliver Asmussen sah sich auf dem Schiff um.

    Die CELEBRITY APEX fällt in jeder Hinsicht auf. Nicht nur, wenn man sich an Bord befindet. Das Außendesign, die Rumpfform, der Schornstein, nichts erinnert an das typische Kreuzfahrtschiffdesign der letzten Jahrzehnte. Mit 129.500 BRZ (130.818 BRZ) und 306m Länge bricht das Schiff zwar keine neuen Größenrekorde, doch das ist auch gar nicht notwendig, um zu beeindrucken. Maximal finden an Bord 2.910 Passagiere in 1.454 Kabinen Platz. Damit liegt die Passenger Space Ratio (PSR) bei 44,5 (44,9), was deutlich über dem Durchschnitt von 30 der meisten großen Kreuzfahrtschiffe liegt. Auch die Passenger Crew Ratio (PCR) überzeugt mit einem Wert von 2,2 was bedeutet, dass jedes Crewmitglied durchschnittlich zwei Passagiere zu betreuen hat.

    Foto: Oliver Asmussen / Oceanliner-Pictures.com

    Auffällig ist wie schon bei der CELEBRITY EDGE der Magic Carpet, eine 90 Tonnen schwere, 33,5m x 6m große­ Plattform, die aussieht wie ein überdimensionaler Außenfahrstuhl, jedoch vielmehr eine flexible Außenplattform zur Erweiterung der Außendeckfläche darstellt. So kann der Magic Carpet je nach Tageszeit und Frequentierung der Decks unterschiedlich eingesetzt werden. Während er am Tage zum Beispiel als zusätzliche­ Poolbar fungiert, wird er abends zum Restaurant mit spektakulärer Aussicht. In Tenderhäfen lässt er sich auf Deck 2 als Tenderplattform nutzen.

    Eine weitere Auffälligkeit ist der Bug, der in dieser Form bisher bei keinem anderen Kreuzfahrtschiff zum Einsatz kam. Dieser so genannte „Parabolic Ultrabow“ bietet den Passagieren auch bei stärkerem Wellengang eine komfortable Reise und spart darüber hinaus deutlich Treibstoff. Nicht zu übersehen ist die im Vergleich zu anderen, neuen Kreuzfahrtschiffen dieser Größenordnung „verspiegelte“ Außenfläche im Bereich der Kabinen. Begründet ist das durch die hohe Anzahl an Kabinen, die über sogenannte Infinity-Fenster verfügen. Infinity Fenster erstrecken sich in ihren Ausmaßen über die gesamte Kabinen-­Außenfläche. Sie lassen sich zur Hälfte absenken…

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    Luxus-Exkursion in Arabien

    Über ein besonderes Außendesign verfügt die Expeditionsyacht SCENIC ECLIPSE und wird dadurch zum Hingucker. Gerhard von Kapff kreuzte mit dem Schiff in Saudi Arabien.

    Wie schnell Legenden sterben können! Zum Beispiel die von der wohl größten Whiskey-Bar auf den Weltmeeren und von den gut einhundertfünfzig Flaschen, deren bernsteinfarbener Inhalt von der halbtransparenten, zwei Meter hohen Rückwand der Regale sanft hinterleuchtet wird. Auch wer die SCENIC ECLIPSE nicht kennt, hat als Whiskey-Kenner bereits von der berühmten Bar des Expeditions-Kreuzfahrtschiffes gehört. Doch heute liegt die Bar trocken. Anstelle voller­ Whiskeyflaschen sollen Teekannen die gähnende Leere in den Regalen ein wenig kaschieren.

    Foto: Gerhard von Kapff

    Der Grund sind die Vorschriften in Saudi Arabien. Die ECLIPSE hat in der Hafenmetropole Dschidda angelegt, gut 70 Kilometer vom größten islamischen Heiligtum, der Kaaba in Mekka entfernt. Der Konsum von Alkohol, ganz egal ob auf einem Schiff oder gar in der Öffentlichkeit, ist noch immer streng verboten.

    Im Sommer 2021 kreuzte die 228 Passagiere fassende Luxus-Yacht entlang der Küste des Königreiches, im kommenden Jahr (ab Dezember 22) wird dann die neue EMERALD AZZURRA, die ebenfalls zur Scenic-Gruppe gehört, vor Saudi Arabien fahren. Immerhin gilt der Wüsten­staat, der erst seit Kurzem wieder Gäste ins Land lässt, als eine der aufregendsten, neu zu entdeckenden Regionen des weltweiten Tourismus….

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    Endlich wieder unter Segeln

    Nach 18 Monaten Zwangspause war es wieder soweit: Am 14. September konnte die ROYAL CLIPPER wieder Segel setzen und ihre Fahrten mit Gästen beginnen. Michael Wolf war an Bord.

    Gleich drei Großsegler liegen an diesem Tag hintereinander in den Hafenbecken, ein seltenes Bild. Es ist neben der ROYAL CLIPPER die neue SEA CLOUD SPIRIT und die CLUB MED 2. Fast winzig wirken sie eingerahmt neben den großen Schiffen wie der MEIN SCHIFF 2, der Costa Favolosa oder der MSC FANTASIA.

    Fast alle sind schon mal auf dem Schiff gewesen: Schon beim Einchecken und dem Warten auf die Gesundheitschecks im Terminal hört man es deutlich: Die gerade angereisten Gäste gehören zur Star Clippers-Fangemeinde. Niemand knurrt über die zeitfressenden Massnahmen. Denn gleich hinter der Gangway liegt dann das erste lange vermisste Ziel an Bord: die Tropical-Bar der ROYAL CLIPPER. Bis auf die Masken und die Abstände bei den Hockern an der Bar ist alles wie immer: Ein leckeres Empfangsbuffet (mit Service von der Crew) steht bereit, die Barkeeper wieseln sich durch die Drink-Bestellungen. Zuvor hatte Kapitän Brunon Borowka und Hotelmanager Peter Burkhard persönlich die Gäste begrüßt – politisch korrekt ohne Händeschütteln, aber einem auch mit Maske sichtbaren Lächeln.

    Schon seit der Nacht liegt die ROYAL CLIPPER im Hafen, lässt am frühen Morgen die anderen Schiffe in den Hafen an sich vorbeidefilieren.

    Die Kapitäne und Offiziere kennen sich, SEA CLOUD SPIRIT Kapitän Gerald Schober hat etliche Jahre zuvor für Star Clippers gearbeitet. Man schickt sich gegenseitig Fotos vom Einlaufen am frühen Morgen, man schätzt sich, man winkt beim Ein- und Auslaufen.

    Fotos: enapress.com

    Am späten Abend ist die ROYAL CLIPPER an der Reihe, bewegt sich langsam aus dem mittlerweile fast leeren Hafen. Nur wenig später: die Segel flattern im Wand, geben die Begleitmusik zur Auslaufhymne der Reederei, Conquest of Paradise von Vangelis. Das erste Mal nach fast 18 Monaten. Vielen Gästen stehen die Tränen in den Augen. Die mobile Champagner-Bar ist gut besucht. An diesem Abend geht man spät in die Koje.

    Die neue Regelung für die Sicherheitsübung ist für etliche Gäste noch etwas gewöhnungsbedürftig. Hierzu müssen sie sich auf der eigenen Kabine einen entsprechenden etwa zehn Minuten langen Film ansehen, der hintereinander in drei Sprachen (Englisch, Französisch und Deutsch) zu sehen ist. Am Ende des Filmes werden sie aufgefordert, mit ihrer Schwimmweste an Bord zu kommen und sich bei der Crew registrieren zu lassen. Tags darauf gibt es dann nochmals eine Aufforderung, sich den Film anzuschauen.

    Große Emotionen gibt es dann am nächsten Tag bei der Ansprache von Kapitän Brunon Borowka, der auf dem Pooldeck seine Führungskräfte vorstellt. …

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    Griechische Impressionen

    Es ist ein Schiff mit dezentem Luxus, bestem Service und einem unglaublichen kulinarischen Angebot: Die SILVER MOON ist seit dem Sommer in Fahrt. Michael Wolf war während einer Griechenlandfahrt an Bord.

    Die Gesichter der Crew sind besorgt, man schaut auf die Uhr, als die letzten Gäste am Terminal eintreffen, wo die SILVER MOON im beginnenden Abendlicht wartet. Denn Kapitän Alessandro Zanello,­ das zeigt sich auf dieser Reise, fährt gerne pünktlich ab, auch mal etwas vor der Zeit, sobald alle Passagiere an Bord sind.

    Entspannung dann nach der Ankunft auf dem Schiff – und der Sonnenuntergang im Hafen von Piräus stimmt auf eine schöne Herbstreise zu griechischen Inseln ein.

    Auftakt für das „süsse Leben“ an Bord: Das Dolce Vita ist meist der erste öffentliche Bereich, den man entdeckt. Denn hier, hinter einem prächtigen mit (echten) Blumendekorationen geschmückten Eingang liegt fast versteckt die kleine intime Rezeption und auch die Büros für Landausflüge und die Beratung für künftige Kreuz­fahrten. Die Lounge ist lang gestreckt, stylische Steh­lampen begleiten die Sessel an den Fenstern, in der Mitte eine runde Bar. Am Ende ein Konzertflügel – Live-Musik ist mehrmals täglich angesagt.

    Design mit Stil

    Die Treppenhäuser der SILVER MOON bestechen wie bei ihren Vorgängerinnen schon durch ihre ästhetischen Formen.

    Foto: enapress.com

    Hoch oben auf Deck 11 am Bug ist die in blauen und grauen­ Tönen designte Observatory Lounge mit seinen asiatischen Lampen ein veritabler Ort der Ruhe, ohne Musikberieselung. Ein Teil davon ist die gut bestückte Bibliothek mit Tischen für Kartenspiele, ein anderer der klassische Loungebereich mit Sofas und Sesseln sowie einer kleinen Bar, die aber nur abends für Cocktails und Canapés geöffnet ist. Tagsüber verirren sich nur wenige Gäste hierhin, meist mit einem Buch. Von hier aus hat man einen sehr guten Panoramablick in Fahrtrichtung, übrigens die einzige Option hierfür auf dem gesamten Schiff. Das darüber gelegene Aussendeck ist auf der SILVER­ MOON leider im Gegensatz zur Vorgängerin für Passagiere nicht mehr zugänglich sondern der Crew vorbehalten…

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    Fotos: enapress.com


    Bilder-Galerien:

    AMADEA – Frisch renoviert

    Mit der AMADEA sticht auch das dritte Hochsee-Kreuzfahrtschiff von Phoenix Reisen nach 593 Tagen Stillstand, wieder mit Passagieren in See. Oliver Asmussen besuchte das Schiff.

    Nach 593 Tagen Zwangspause durch die Corona-Pandemie, ist die AMADEA vom Bonner Veranstalter Phoenix Reisen seit dem 18. November zurück im Passagierdienst. Die letzte Reise des 192m langen,­ 29.000 BRZ großen und 1991 als Asuka gebauten Schiffes, endete am 02. April 2020 am Columbus Cruise Center in Bremerhaven. Dort empfing die AMADEA,­ auch aus der ZDF-Serie „Das Traumschiff“ bekannt, nun endlich wieder ihre ersten Gäste. Nach der Ablieferung von der DAMEN Shipyards in Amsterdam wurden auf der Nordsee noch einmal alle Systeme auf ihre reibungslose Funktionsfähigkeit überprüft. Der geplante Neustart musste bereits einige Male verschoben werden. Grund für die Verzögerungen waren immer wieder Lieferengpässe bei Ersatzteilen und Materialien. Umso erleichterter ist man nun auf allen Seiten, dass es endlich wieder losgehen kann.

    Während des langen „layups“, also der Zeit, in der die AMADEA aufgelegt war, wurden bereits zahlreiche „kosmetische“ Arbeiten an Bord erledigt. Im Rahmen des letzten Werftaufenthalts sind nicht nur viele Passagier­bereiche umfassend renoviert worden, sondern auch 135 Passagier- und 60 Crew-Kabinen. Im technischen­ Bereich wurden sowohl auf der Kommandobrücke als auch im Maschinenraum und der Küche umfangreiche Modernisierungsarbeiten durchgeführt.

    Betritt man jetzt die AMADEA, fallen sofort die blauen Teppiche im gesamten Rezeptionsbereich und im Atrium ins Auge. Vermittelte der bisherige Rotton eine gediegene­ Atmosphäre, so lassen die neuen Blautöne in Kombination­ mit einem floralen Muster nun echtes „Traumschiff-Feeling“ aufkommen. In perfektem Einklang dazu stehen jetzt auch die Farben des Wandgemäldes­ „Kin o Shirabe“ (Ode der Jahreszeiten), auf dem die vier Jahreszeiten im Land von Asuka dargestellt sind. Die japanische Künstlerin Noriko Tamura stellte das Wandgemälde im Jahr 1991 fertig, kurz bevor die damalige ASUKA in Dienst gestellt wurde….

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    Ein Schiff der Kunst

    Sie ist die siebte Trägerin des für Holland America Line wichtigen Namens ROTTERDAM, dem Heimathafen der Reederei. Am 15. Oktober besuchte das neue Schiff zum ersten Mal seine Heimatstadt. Michael Wolf berichtet.

    Immer wieder wurden Kameras und Smartphones gezückt, kaum einer der Passanten auf der Erasmus­brücke in Rotterdam wollte an diesem Tag ohne ein Foto der brandneuen ROTTERDAM weitergehen. ROTTERDAM in Rotterdam: das hat Tradition. Auf den Tag genau ist es 149 Jahre her, seitdem die erste ROTTERDAM den Hafen zu ihrer Jungfernfahrt verlassen hatte, ein Jahr später wurde am 18. April 1873 die Holland America Line in Rotterdam gegründet. Die Nr. 5 der ROTTERDAM-­Namensträgerinnen, die als Grande Dame stolze 38 Jahre für die Reederei fuhr, hat eine Bleibe nicht weit vom Hauptquartier von HAL im Hafen als Hotel und Museum gefunden.

    Foto: enapress.com

    Heute ist es das siebte Schiff mit diesem Namen, das zur HAL-Flotte stößt. Eigentlich sollte es als RYNDAM getauft werden, aber da während der Pandemie HAL neben anderen auch die ROTTERDAM (6) verkauft hatte, „musste natürlich ein anderes Schiff so schnell wie möglich gefunden werden, um den Traditionsnamen nahtlos weiterzuführen,“ wie HAL-Europachef Nico Bleichrodt erklärt.

    Foto: enapress.com

    Im World Stage, dem imposanten Theater der ROTTERDAM­ haben sich an diesem 15. Oktober hier die führenden Offiziere der ROTTERDAM unter ihrem Kapitän Timmers versammelt, um das Schiff offiziell vor seiner ersten Fahrt einzuweihen. Trotz pandemie­bedingter verschobener Taufe ein ganz besonderer Moment, bei dem eine eigens für die ROTTERDAM komponierte Hymne gespielt und ein zu diesem Anlass geschriebenes Gedicht auf den Neubau rezitiert wurde.

    Foto: enapress.com

    Rotterdams Oberbürgermeister Ahmed Aboutaleb, ein gebürtiger Marokkaner, übrigens der erste muslimische Bürgermeister einer westeuropäischen Großstadt, überbrachte die Grüße der Heimatstadt von Holland America Line. Dabei machte er auf die vielen Parallelen zwischen den Auswanderern, die seinerzeit von HAL in die neue Welt gefahren wurden, und seiner Stadt aufmerksam, deren Bewohner heute aus den unterschiedlichsten Ländern kommen. „Man hat mich schon den Bürgermeister der Vereinten Nationen von Rotterdam genannt“, scherzte­ er vor den Gästen und unterstrich, wie stolz man hier darauf sei, dass HAL noch immer seinen Sitz vor Ort habe. Im Rahmen der Feier übergaben Vertreter der ört­lichen Hafenbehörden zum Erstanlauf auch die Plaketten an den Kapitän übergeben.

    Holland Americas CEO Gus Antorcha konnte „voller Stolz“ auch eine gute Neuigkeit verkünden: die abgesagte­ Taufe soll jetzt Ende April des nächsten Jahres in Rotterdam stattfinden, also nach Ende der Karibiksaison. Als Taufpatin hat Prinzessin Margriet der Niederlande zugesagt, die bereits viermal Schiffe der Holland America Line getauft hat (PRINSENDAM, NIEUW AMSTERDAM, ROTTERDAM (6) und OOSTERDAM. Sie ist die dritte Tochter von Königin Juliana und Prinz Bernhard.

    Schon seit jeher hat HAL ein gutes Verhältnis zum Königs­haus Oranien-Nassau – elf Mitglieder der Familie tauften bereits Schiffe der Reederei, der erste war 1929 Prinz Hendrik mit der STATENDAM (3).

    Die Rotterdam ist das dritte Schiff der Pinnacle-Class Serie („an Bord“ berichtete ausführlich in seinen letzten Ausgaben). Im Gegensatz zur Vorgängerin, der NIEUW STATENDAM, sind auf der ROTTERDAM einige Locations verändert worden. So ist der Weinverkostungs­raum Blend, in dem Gäste aus verschiedenen Weinen ihre eigene Mischung als individuelles Cuvée­ zusammenstellen konnten, einer neuen gemüt­lichen Eck-Bar gewichen, der Half Moon Bar. Sie liegt direkt­ gegenüber des Club Orange, dem privaten Restaurant­ für das Gästeprogramm für Holland America Line. Auch hier hat es einige Änderungen gegeben. …

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    Insel mit schlafender Dame

    Malta ist ein Staat mit wechselhafter Geschichte zwischen Orient und Okzident.
    Die Insel hat viel Kultur zu bieten. Roland Mischke war dort.

    „Game of Thrones“ war einer der größten Filmerfolge Hollywoods. Die Filmkulissen der Königreiche gibt es ganz real, sie befinden sich auf Malta, der äußersten Randinsel Europas. Der Inselstaat liegt 290 Kilometer vor der Küste Tunesiens und knapp 100 Kilometer vor Sizilien, aber er ist anders als Nordafrika­ und Europa.

    Hollywood hat Malta für sich entdeckt und entsandte seine Mega-Stars dorthin. Brad Pitt war gleich zwei Mal für längere Zeit zu Dreharbeiten auf der Insel, für das Historienepos „Troja“ und den Blockbuster „World War Z“. Regisseure wie Steven Spielberg haben sich in Malta verliebt, denn dort finden sie alles, was sie für ihre aufwendig hergestellten Kultserien brauchen. Zum Beispiel das Stadttor von Königsmund, das in „Game of Thrones“ immer wieder erscheint.

    Vor Jahrtausenden begann auf Mdina, wie das Land einst hieß, der Bau wuchtiger Anlagen. Es sind die ältesten freistehenden Sakralbauten im gesamten Mittelmeerraum, mit meterdicken Mauern, Wassergräben und Zugangsbrücken, gegen Feinde abgesichert. Gebaut wurde vor 5000 bis 7000 Jahren, noch vor den ägyptischen Pyramiden. Christen eroberten die Insel, wurden von Muslimen verdrängt und besetzten sie später wieder. Die mystischen Tempelanlagen mit ihren Skulpturen und Ornamenten stehen meist zwischen Felsen am Meer.

    Aber schon zehntausende Jahre zuvor lebten auf der Insel Menschen, das haben zahlreiche archäologische Stätten belegt. Sie nutzten die Buchten als natürliche Häfen, es sind immer wieder Schiffswracks gefunden worden. Malta war ideal für menschliche Ansiedlungen, weil weder starke Strömungen noch Gezeiten das Leben beeinträchtigten, und das Klima ist fast das ganze Jahr über angenehm.

    Der älteste Fundort liegt in der Hauptstadt Valletta, die Tempelanlage Hypogäum Hal-Saflieni. Erst 1903 hatte sie der Jesuitenpater Manwel Magri entdeckt, mitten in der Innenstadt und von Häusern überbaut. Über abgewetzte Stufen, spärlich flackerndes Licht und schemenhafte Umrisse geht es drei Stockwerke unter die Erde. An die Decke gemalte Spiral- und Rankenmuster, dazu die Ausdünstungen von Jahrtausenden. Mehr als 7000 Tote wurden hier bestattet, bis zurück in die Jungsteinzeit.

    Foto: enapress.com

    Die Attraktion ist eine winzige Terrakottafigur, die Sleeping Lady, in einer Kammer gefunden. Eine schlummernde Frau mit zierlichem Kopf, aber massigem Körper. Die Priesterin der Unterwelt ist im Heiligtum des National Museums von Valletta in einer Vitrine zu besichtigen. Die Malteser lieben dieses Figürchen.

    Im Jahr 60 n. Chr. soll der Apostel Paulus vor der Küste Maltas Schiffbruch erlitten haben, an Land bekehrte er Bewohner zum Christentum, er ist der Schutzpatron der Insel. In den Jahrhunderten wechselten Herrscher einander ab. 800 Jahre vor Christus Phönizier, dann Römer, arabische Sarazenen, Normannen und Spanier. Ab 1525 baute der Ritterorden der Johanniter die Insel zur uneinnehmbaren Festung aus, sie gingen als “Malteser Ritter“ in die Geschichte. 1798 kamen die Franzosen unter Napoleon, 1814 wurden sie vertrieben – Britannien übernahm die Insel als Kronkolonie. Bis heute ist Englisch die zweite Sprache.

    Foto: enapress.com

    Malta war ein wichtiger strategischer Flottenstützpunkt, erst 1964 wurde es unabhängig, 2004 kam es zur EU. Die Wirtschaft floriert, ebenso der Tourismus, die Malteser haben ein beträchtliches Pro-Kopf-Einkommen (480.000 Ew.).

    Anregend sind auch die beiden Nebeninseln Gozo – mit dem schönsten Sandstrand – und Comino. Auch dort gibt es Hinterlassenschaften früher Insulaner.

    Die Landschaft ist karg, aber in den Wintermonaten blühen auf den Felsen bunte Blumenteppiche, die Zugvögel nutzen Malta als Zwischenstopp. Das Meerwasser ringsumher ist sauber und klar, optimal für Taucher. Malta ist ein Gewässerparadies.

    Valletta hat Sehenswürdigkeiten, die zum Weltkulturerbe der UNESCO gehören. Ein ganzer Stadtteil, der breite Felsen Mount Sciberras, steht unter Schutz, auch die beiden Häfen Marsamxett und Grand Harbour. Neben Festungen gibt es Paläste, Kirchen und andere beeindruckende Bauwerke. Die außen unscheinbare Kathedrale beherbergt den größten Kunstschatz, farbenfreudig verzierte, einmalige Freskomalerei des Italieners Mattia Preti.­ Der Großmeisterpalast ist prunkvoll, die Festung Fort St. Elmo aus dem 16. Jahrhundert, die dem Schutz vor Angriffen diente, massiv, und die Karmeliterkirche hat eine beeindruckende Kuppel, die auch UNESCO-Welterbe ist. Am schönsten ist, durch die verwinkelten Gassen der Altstadt zu spazieren, vorbei an Barockfassaden, Heiligstatuen und Brunnen.

    Das Straßenleben geht Tag und Nacht, die Malteser gelten im Mittelmeerraum als Liebhaber des Nachtlebens. Tagsüber schlürfen sie Kinnie, das Nationalgetränk ist eine erfrischende Limonade aus Bitterorangen und Gewürzen ohne Alkohol, am Abend genießen sie Bier und Wein. Die Küche orientiert sich am Gemüse, von der Kolonialzeit blieben Würstchen mit Rührei und Schinken. Stark gewürzte Pasta ist im Angebot der Lokale, Pastizzi, Teigtaschen mit einer Füllung aus Ricotta, Spinat oder Erbsen. Und von großem Stellenwert ist das traditionelle Hauptgericht Fenek, Kaninchen.

    Zentrum des Nachtlebens sind St. Julian’s und Paceville mit Bars und Tanzgelegenheiten, an Wochenenden gern bis in die frühen Morgenstunden. Weil Malta das Land der Sprachreisen ist, kommen viele junge Leute aus europäischen Ländern, die gern nachts mit um die Häuser ziehen.

    Die Sonneninsel Malta ist reizvoll, es ist immer etwas los auf Straßen und Plätzen. Die Bewohner sind geschichtsbewusste Zeitgenossen, die auf ihre Inselgruppe nichts kommen lassen. Sie gelten als besonders gastfreundlich, sind erstaunlich sprachbegeistert und stolz auf die Vielfalt ihrer nur 27 Kilometer langen Insel.

    Interview mit Carlo Micallef, Deputy CEO & Chief Marketing Officer von Malta Tourism Authority.