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Neue Sorgen in der Golfregion

Dem Persischen Golf droht wieder einmal ein Krieg. Die USA ziehen seit Tagen militärische Kräfte in der Region zwischen dem Oman und Katar zusammen. Nach der Verlegung von zwei Zerstörern und mehreren Flugzeugen folgt nun auch die Flugzeugträgerkampfgruppe Abraham Lincoln kurzfristig aus dem südchinesischen Meer in Richtung Golf von Oman verlegt. Dort kreuzen bereits zwei US-Zerstörer und mindestens ein U-Boot mit Marschflugkörpern an Bord. Die Abraham Lincoln ist das Führungsschiff der Carrier Strike Group 3, zu der auch noch drei weitere Zerstörer und mindestens ein U-Boot gehören.

US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag ein militärisches Eingreifen der USA im Iran nicht mehr ausgeschlossen und vom Verhalten der Regierung in Teheran abhängig gemacht. „Wir haben eine riesige Flotte, die wir in diese Richtung schicken. Vielleicht müssen wir sie auch nicht einsetzen, aber wir werden sehen“, sagte der Präsident vor Journalisten auf dem Rückweg aus Davos nach Washington.

Die USA haben die Handlungsoption eines Militärschlags gegen strategische Ziele und militärische Infrastruktur im Iran wiederholt nicht ausgeschlossen. Hauptziel sind die Kasernen und Lager der berüchtigten Revolutionsgarde, die mit 190.000 Kräften neben der iranischen Armee im Land agiert. Diese Einheiten sollen für viele der Verbrechen der vergangenen Monate verantwortlich sein.

Auswirkungen hat der Anfang Januar begonnene militärische Aufmarsch schon jetzt auf die Häfen in der Region. Besonders im Oman, den Emiraten und Bahrain sind Liegeplätze für die Versorgung der US-Marine reserviert. Auf der Al Udeid Air Base in Katar sind nach Angaben Flugzeug-Tracking-Diensten am 22. Januar allein 18 Tankflugzeuge vom Typ „Stratotanker“ gezählt worden. Außerdem gibt es stake Flugbewegungen von Transportflugzeugen des Typs C17 „Globemaster“ aus den SUA über Europa in die Region.

Der Iran hatte wiederholt Vergeltungsschläge für den Fall eines Angriffs der USA angekündigt. Dabei steht die Al Udeid Basis in Katar im Fokus. Während des israelisch-iranischen Kriegs im Juni hatte der Iran am 23. Juni 2025 19 ballistische Raketen auf die Basis abgefeuert, von denen jedoch nur eine den Schutzschirm der Raketenabwehr durchbrach und eine Radaranlage traf.

US Basis, Manama/Bahrain. Foto: Frank Behling

Wie weit sich die jüngsten Spannungen sich auf den Kreuzfahrttourismus auswirken, steht noch nicht fest. Sollte es kurzfristig zu Kampfhandlungen und iranische Angriffe auf Ziele in den Golfstaaten kommen, könnten die Schiffe der großen Reedereien innerhalb weniger Tage das Seegebiet verlassen.

Die Trägerkampfgruppe mit der Abraham Lincoln hatte am 19. Januar die Straße von Malacca bei Singapur passiert und wird vermutlich am Sonnabend in einer Position im nördlichen arabischen Meer an dem Eingang zum Golf von Oman sein, von wo aus ihre Kampfjets dann eingesetzt werden könnten. FB

Hafen von Doha/Katar, Foto: Frank Behling