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Seatrade Europe eröffnet: Mehr als 3.500 Teilnehmende in Hamburg erwartet

Rd. 3.500 internationale Teilnehmende aus mehr als 90 Ländern werden zu der am 10. September auf dem Hamburger Messegelände eröffneten Seatrade Europe Cruise & River Convention erwartet, auf der mehr als 250 Aussteller, darunter bekannte Kreuzfahrtmarken, Destinationen, Dienstleister und verbundene Branchen vertreten sind. Bei dem dreitägigen Event geht es in zahlreichen Sessionen und Foren um Themen wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung und zukunftsfähige Hafeninfrastruktur.

Nach Angaben der Veranstalter können in diesem Jahr im Rahmen des „Destination Discovery Friday“ erstmals nicht nur 500 private Kreuzfahrtinteressierte mit Online-Registrierung und Ticket am Freitag die Veranstaltung besuchen, sondern es wurden zu den beiden letzten beiden Messetagen erstmals auch Reisebüros dazu eingeladen. Die Zusammenarbeit solle vertieft werden. „Damit stärken wir die gesamte Kreuzfahrtbranche“, so Claus Ulrich Selbach, der an der Organisation der Messe beteiligt war.

Bud Darr, CLIA Global Präsident & CEO

In seiner Eröffnungsadresse wies der CLIA-Präsident und CEO Charles „Bud“ Darr u.a. auf die positive Entwicklung der Branche, Fortschritte im Bereich der Nachhaltigkeit und die Bedeutung für die Beschäftigung und Volkswirtschaft mit Fokus auf den europäischen Markt hin. So seien beispielsweise 97 Prozent der Kreuzfahrtschiffe der Mitgliedsreedereien von europäischen Werften erbaut worden. Dabei entfalle die Mehrzahl auf kleine und mittelgroße Einheiten. Die gelte für mehr als 70 Prozent der derzeit aktiven und bis 2036 in Fahrt kommenden Schiffe. Dagegen betrage der Anteil der in Fahrt befindlichen und bis 2036 zulaufenden großen Neubauten weniger als 30 Prozent. Mehr als verdoppelt habe sich seit 2018 die Zahl der mit Landstrom-Anschlüssen ausgestatteten Kreuzfahrtschiffe. Sie stieg von 55 auf derzeit 165 Schiffe, werde bis 2036 auf 273 Schiffe zunehmen und einen Anteil von 85 Prozent der Flotte erreichen. Deutlich zunehmen wird auch die Anzahl der mit Multi-Fuel-Motoren ausgestatteten Schiffe. Er stieg von einem Schiff im Jahr 2018 auf 25 Einheiten in diesem Jahr und dürfte bis 2036 wohl mehr als 50 Schiffe erreichen. Damit in Zusammenhang stehe die zunehmende Nutzung alternativer Kraftstoffe, wobei fossiles LNG als Brückentechnologie betrachtet werde. Methanol wird als vielversprechende Alternative angesehen, ist aber ebenfalls fossil-basiert, und grünes Methanol nur in geringem Umfang verfügbar. Bio-LNG und synthetisches Methan bieten dagegen eine weitgehende Reduzierung der Schadstoffemissionen, während Wasserstoff in Bezug auf die Sicherheit und Lagerung eine besondere Herausforderung darstellt und die Kernenergienutzung wegen sehr hoher regulativer Hürden und mangelnder sozialer Akzeptanz praktisch ausgeschlossen ist und Ammonia für Passagierschiffe mit hohem Sicherheitsrisiken verbunden ist.

"The State of the European Cruise Industry"-Teilnehmende: Mary Bond (Seatrade), AIDA Cruises-Chef Felix Eichhorn, Simone Maraschi (GF CGH / Cruise Europe), CLIA Global-Präsident & CEO Bud Darr, Wybcke Meier (CEO TUI Cruises), Anna Nash (Global President Explora Journeys) und Ferdinand Strohmeier (CEO Mystic Cruises)

Bei der anschließend von Mary Bond, Group Portfolio Director Seatrade Cruise, moderierten Podiumsdiskussion „State of the European Cruise Industry: Future Forward“ vermittelten AIDA Cruises-Präsident Felix Eichhorn, CGH-Chef Simone Maraschi in seiner Eigenschaft als Cruise Europe-Chairman, TUI Cruises CEO Wybcke Meier, Explora Journeys-Präsidentin Anna Nash und Mystic Cruises-CEO Ferdinand Strohmeiner interessante Einschätzungen zur Zukunft der Branche und die strategischen Herausforderungen. Allgemein wird überwiegend eine positive Entwicklung erwartet, wobei in Bereichen wie u. a. Overtourismus, und Landstromversorgung und Infrastruktur, und staatlichen Regulierungen etc. auch Handlungsbedarf gesehen wird.

Für die deutsche Kreuzfahrtbranche gab beispielsweise AIDA-Chef Eichhorn einen positiven Ausblick. „Die Kreuzfahrtbranche bleibt der Wachstumstreiber in der Touristik. Wir haben eine sehr gute Buchungslage für das aktuelle Jahr. Ebenso sind listige Buchungen für 2026 und 2027 klar erkennbar“. Für das von ihm geführte Unternehmen seien derzeit die Kapazitäten der einzige limitierende Faktor. „Im Jahr 2024 waren drei Millionen Deutsche auf Hochseekreuzfahrt. Rund die Hälfte davon war an Bord von AIDA-Schiffen. Mit diesen Zahlen können wir uns erneut als drittgrößter Reiseveranstalter in Deutschland positionieren“, freut sich Eichhorn. Besonders bei Familien, für exotischere Reisen wie auch Themenkreuzfahrten oder Weltreisen spüre man eine gute Nachfrage, wobei Kreuzfahrten ab Deutschland wegen ihrer bequemen und klimafreundlichen An- und Abreise als attraktiv empfunden werden: „Rund 80 Prozent unserer Sommerreisen 2025 starteten ab einem deutschen Hafen“, so Eichhorn. Zudem gebe es erstmals ein großes Angebot an Nordreisen auch im Winter mit Abfahrten von Hamburg und Kiel.

Auch bei AIDA stehe die Nachhaltigkeit weiterhin im Fokus: „Es geht mittel- und langfristig darum, fossile Kraftstoffe im ersten Schritt durch biogene und im zweiten durch strombasierte Kraftstoffe zu ersetzen. Das ist nicht nur Aufgabe der Reedereien. Für die notwendigen Rahmenbedingungen sind Regierungen wie die in Brüssel und internationale Organisationen wie die IMO zuständig“, so Eichhorn. Ähnliches gelte für die Landstromversorgung. „Für uns ist diese Technologie ein relevantes Thema für die Transformation der Kreuzfahrt in Europa. Wir sehen, dass sich das Angebot in den letzten Jahren weiterentwickelt hat – nicht zuletzt durch enge Kooperationen zwischen Häfen, Politik und Kreuzfahrtbranche. Damit dieser Fortschritt weiter an Fahrt gewinnt, braucht es verlässliche Rahmenbedingungen und eine konsequente Umsetzung der Ausbaupläne.“

Port Tech Innovation-Session am Showcase Deck
Cyber Security at Sea. A European Perspective Panel

Auf der europäischen Leitmesse der Kreuzschifffahrtindustie präsentieren sich zahlreiche Unternehmen und Destinationen um Kontakte zu pflegen und neue Kooperationen zu entwickeln. Am Gemeinschaftsstand „Destination Germany“ in Halle A 4 sind gebündelt vier norddeutsche Kreuzfahrthäfen vertreten. Hauptaussteller am Stand 330 sind die Hafengesellschaften Cruise Gate Hamburg GmbH, Rostock Port GmbH, Seehafen Kiel GmbH & Co. KG sowie die Tourismuswirtschaftsgemeinschaft Cuxhaven und Hamburg Cruise Net e.V.. Ebenfalls mit am Stand sind zehn eng mit der Branche verbundene Unternehmen und Organisationen. Der Messestand spiegelt die vielfältige und innovative Kreuzfahrtdestination Deutschland wider und bietet den teilnehmenden Ausstellern auf 72 qm die Möglichkeit, sich weltweit agierenden Reedereien und Partnern exklusiv zu präsentieren.  JPM

Foto: Jens Meyer und enapress.com