Vorstellung der GNV Virgo: Das erste Schiff der Flotte und Italiens erste Langstrecken-Fähre mit LNG-Antrieb
Pressemitteilung
GNV treibt die Modernisierung der Flotte weiter voran und plant bis 2030 acht neue Schiffe der nächsten Generation, von denen drei bereits ausgeliefert wurden. Der Fokus liegt auf Dekarbonisierung und technologischer Innovation, während die neue GNV Virgo emissionsfrei fahren kann. Fähren bleiben ein zentraler Wirtschaftsfaktor in den verbundenen Regionen: Jährlich transportieren die GNV-Schiffe Waren im Wert von rund 8,5 Milliarden Euro sowie 2,5 Millionen Passagiere.
Die Taufe der GNV Virgo fand am 11. Dezember im Hafen von Palermo statt. Das neue Schiff ist die erste mit Flüssigerdgas (LNG) betriebene Fähre des Unternehmens. Die Veranstaltung markiert einen bedeutenden Schritt in der Dekarbonisierung des italienischen Passagierseeverkehrs: Die GNV Virgo ist die erste italienische Fernfähre mit LNG-Antrieb und setzt damit neue Maßstäbe für Innovation und Nachhaltigkeit in diesem Sektor.
Die Entscheidung, die traditionelle maritime Taufzeremonie in Palermo abzuhalten, unterstreicht die enge und langjährige Verbundenheit zwischen GNV und der Stadt. Die Strecke Genua–Palermo ist die erste und traditionsreichste Linie des Unternehmens und markiert den Ursprung seiner Geschäftstätigkeit. Diese Verbindung wird durch kontinuierliche Investitionen und eine verlässliche Präsenz in der Region bis heute gestärkt und weiterentwickelt. Im Sinne dieser engen Verbindung hat GNV Palermo als Standort für seine neuesten und technologisch modernsten Schiffe ausgewählt: Nach der GNV Polaris und der GNV Orion kommt nun die GNV Virgo hinzu, die mit LNG betrieben und künftig auf der Strecke Genua-Palermo eingesetzt wird, was konkrete Vorteile in Form einer deutlich geringeren Umweltbelastung mit sich bringt.


Die Zeremonie, moderiert vom italienischen Schauspieler, Filmproduzenten, Drehbuchautor und Regisseur Giuseppe Fiorello, fand am Kai statt – nur wenige Meter von der zu diesem Anlass prachtvoll beleuchteten GNV Virgo entfernt, die eine beeindruckende Kulisse bot. Ein Highlight des Abends war die Anwesenheit der Taufpatin des Schiffes, Federica Pellegrini, die italienische Schwimmlegende, Olympiasiegerin in Peking und vierfache Weltmeisterin. Verschönert wurde der Abend außerdem durch den Auftritt von Eleonora Abbagnato, Star des Balletts der Pariser Oper und Direktorin des Corps de Ballett der Oper von Rom, die dem Publikum einen Moment von außergewöhnlicher Eleganz bescherte.
Neben dem Vorstandsvorsitzenden Pierfrancesco Vago und dem Geschäftsführer des Unternehmens Matteo Catani nahmen weitere Mitglieder der MSC-Gruppe sowie verschiedene Vertreter nationaler und lokaler Institutionen an der Veranstaltung teil, darunter der Generaldirektor für Hafenangelegenheiten im Ministerium für Infrastruktur und Verkehr Donato Liguori, der Bürgermeister von Palermo Roberto Lagalla, die Sonderbeauftragte der Hafenbehörde der westlichen sizilianischen Küste Annalisa Tardino und der Regionalrat für Infrastruktur und Mobilität der Region Sizilien Alessandro Arrico.
„Die Taufe der GNV Virgo markiert einen grundlegenden Schritt in der Erneuerung und Dekarbonisierung unserer Flotte. Die Virgo ist heute die technologisch und ökologisch fortschrittlichste Fähre des Landes und ist dank der kürzlich erfolgten Betankung mit Bio-LNG bereits mit null Nettoemissionen gefahren, mehr als zwanzig Jahre vor den europäischen Zielen. Dieses Ergebnis ist das Resultat einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen GNV, der MSC Group sowie dem gesamten institutionellen und hafenwirtschaftlichen Umfeld. Ein Teamerfolg, der einen bislang beispiellosen Investitionsplan ermöglicht hat und eindrucksvoll bestätigt, wie entscheidend die Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und Privatwirtschaft für die Beschleunigung der Energiewende in der Schifffahrt ist“, kommentierte Pierfrancesco Vago, Vorstandsvorsitzender von GNV und MSC Cruises.
„Die Taufe der GNV Virgo ist ein historischer Moment für unser Unternehmen und für die italienische Schifffahrt: Das erste mit Flüssigerdgas betriebene Schiff ist ein konkreter Fortschritt in Richtung nachhaltigerer und technologisch fortschrittlicherer Betriebsabläufe. Sizilien, ein zentrales Gebiet für unsere Aktivitäten, steht mit der Ankunft des modernsten Schiffes der Flotte weiterhin im Mittelpunkt unserer Investitionen. Um dieses Wachstum zu unterstützen, ist es jedoch unerlässlich, dass auch die Hafenentwicklung in die gleiche Richtung geht: Wir brauchen ausreichend Platz, moderne Infrastruktur und effiziente Betriebsbereiche, die für die Gewährleistung von Qualität und Wettbewerbsfähigkeit unerlässlich sind. Die Zusammenarbeit zwischen Institutionen, Hafenbehörden und privaten Betreibern wird dabei entscheidend sein“, so Matteo Catani, CEO von GNV.

Durch den Einsatz von LNG und weiterer Innovationen an Bord des Schiffes können die CO₂-Emissionen pro Transporteinheit im Vergleich zu den Fähren der vorherigen Generation um rund 50 Prozent reduziert werden, was zu einem nachhaltigeren und effizienteren Transport von Passagieren und Fracht beiträgt.
Auch technologisch setzt die GNV Virgo neue Maßstäbe: Sie verfügt über modernste umweltfreundliche Lösungen wie Cold-Ironing, Wärmerückgewinnungstechnologien sowie sämtliche Systeme zur Erfüllung der IMO-Tier-III- und EEDI-Phase-II-Standards. Mit einer Bruttoraumzahl von rund 52.300 Tonnen, einer Länge von 218 Metern, einer Breite von 29,60 Metern und einer Höchstgeschwindigkeit von 25 Knoten bietet das Schiff über 420 Kabinen, Platz für 1.785 Passagiere und eine Frachtkapazität von 2.770 Lademetern.
Flottenerneuerungs- und Nachhaltigkeitsplan
Die GNV Virgo ist nur der jüngste Schritt im umfassenderen Flottenerneuerungsplan. Tatsächlich wird innerhalb weniger Monate die neue GNV Aurora, die ebenfalls mit LNG betrieben wird, in Dienst gestellt, während das Unternehmen bis 2030 vier weitere neue LNG-Einheiten in Empfang nehmen wird. Gleichzeitig untersucht GNV langfristige Lösungen wie Bio-LNG, die im Einklang mit den internationalen Dekarbonisierungszielen und dem europäischen Weg zu einer zunehmend nachhaltigen maritimen Mobilität stehen.
Die erste Betankung der GNV Virgo – die ihre Fahrt von Genua nach Palermo in den vergangenen Tagen ermöglicht hat – erfolgte mit Bio-LNG, das aus Biogas natürlichen, organischen Ursprungs hergestellt wird. Dieser Kraftstoff wird aus Biomasse und organischen Materialien gewonnen, die während ihres Wachstums CO₂ aus der Atmosphäre aufnehmen. Bei der Verwendung des Kraftstoffs wird dasselbe CO₂ wieder an die Umwelt abgegeben, verbleibt jedoch in einem natürlichen und nachhaltigen Kreislauf, wodurch die Gesamtklimabelastung deutlich geringer ist als bei herkömmlichen Kraftstoffen. Auch wenn die Nutzung dieses Kraftstoffs derzeit noch von seiner Marktverfügbarkeit abhängt, konnte das Schiff dank dieser Betankung – wenn auch nur für einen begrenzten Zeitraum – im Einklang mit den europäischen Dekarbonisierungszielen betrieben werden und die für 2050 festgelegten Standards vorzeitig erfüllen.
Der Gesamtplan wird es dem Unternehmen ermöglichen, seine Kapazitäten deutlich zu erhöhen und gleichzeitig die Umweltauswirkungen der Aktivitäten weiter zu reduzieren. Dieses wichtige Erneuerungsprogramm, das insgesamt acht neue Schiffe umfasst, erfordert Investitionen in Höhe von über 1,2 Milliarden Euro und wird in nur fünf Jahren zu einer erheblichen Steigerung (+60 Prozent) der Flottentonnage von GNV führen.
Fokus auf Sizilien und Palermo
Die Fähre ist weit mehr als ein reines Transportmittel: Sie ist ein echter Motor für die Regionen mit direkten und indirekten Auswirkungen auf deren Entwicklung und gesellschaftlichen Wohlstand. Schätzungen zufolge generiert das Geschäft von GNV jedes Jahr über 1,5 Milliarden Euro für die italienische Wirtschaft. Die Passagiere, rund 2,5 Millionen im Jahr 2025, schaffen einen Mehrwert für den Tourismus von über 900 Millionen Euro, während die transportierten Güter im Wert von über 8,5 Milliarden Euro ein wichtiger Faktor für die Regionen sind. Insgesamt trägt GNV somit dazu bei, fast 9,5 Milliarden Euro Binnenhandel für das Land zu generieren. Dies ist ein bedeutender Effekt, der zeigt, wie wichtig Fähre für die Entwicklung von Gemeinschaften und Regionen sind – vorausgesetzt, sie werden nachhaltig und im Sinne einer ökologischen Transformation betrieben.
Insbesondere der Hafen von Palermo ist mit über 750.000 Passagieren und rund 1,7 Millionen Laufmetern Fracht im letzten Jahr (+16 Prozent gegenüber 2024) ein zentraler Knotenpunkt für das Unternehmen. Auf regionaler Ebene verwaltet GNV die wichtigsten Passagier- und Frachtverkehrsströme von und zur Insel und befördert insgesamt rund 825.000 Passagiere und über 2,4 Millionen Laufmeter Fracht (+24 Prozent gegenüber 2024). Diese Ergebnisse bestätigen die strategische Bedeutung Siziliens und die Schlüsselrolle Palermos innerhalb des GNV-Netzwerks.
Ein Video der GNV Virgo steht hier und ein Video der Zeremonie hier zum Download bereit.
Text: PM GNV, Fotos: GNV



