CLIA gegen französische „Kopfsteuer“ für Kreuzfahrt-Passagiere
Die Kreuzfahrtindustrie in Europa hält sich bereits an das EU-Emissionshandelssystem (EST), das einen direkten und steigenden Preis für CO2 festlegt und damit einen erheblichen Beitrag zu den nationalen und EU-Klimafonds leistet, sodass eine zusätzliche Gebühr von 15 Euro pro Passagier in jedem französischen Hafen eine neue Belastung ohne Nutzen für die Umwelt darstellen würde, erklärte die Cruise Lines International Association (CLIA) als Reaktion auf die Verabschiedung der neuen Steuer durch den französischen Senat.
Dieser hatte am 1. Dezember für die Gebühr gestimmt, die jährlich schätzungsweise 75 Millionen Euro einbringen würde, um den Umweltschutz und die Verbesserung der französischen Küsten zu finanzieren.
Haushaltsministerin Amélie de Montchalin lehnte die noch von der Nationalversammlung zu genehmigende Steuer ab, da sie ihrer Meinung nach nicht zwischen Kreuzfahrtschiffen und Fähren unterscheide. Die Maßnahme könnte zu einer Änderung des französischen Haushaltsplans für 2026 führen, der noch nicht endgültig verabschiedet ist und frühestens Mitte Dezember in der Nationalversammlung, dem Unterhaus des französischen Parlaments, diskutiert werden soll. Nach Auffassung der CLIA sollte jede neue Abgabe fair, evidenzbasiert und für alle Schiffstypen einheitlich sein, ohne Kreuzfahrtschiffe mit anderen Schiffstypen zu verwechseln. Kreuzfahrtpassagiere würden nur einen kleinen Teil des Seeverkehrs ausmachen, jedoch einen erheblichen wirtschaftlichen Wert für französische Destinationen generieren, der sich auf insgesamt 7 Milliarden Euro für die Wirtschaft des Landes beläuft, 39.000 Arbeitsplätze sichert und mit 3,2 Milliarden Euro zum BIP beiträgt. JPM



