HADAG soll Hybrid-Fähren erneut ausschreiben

Foto: HADAG

Der städtische Hamburger Hafenfährbetreiber HADAG, der im März vorigen Jahres angekündigt hatte, seine Flotte mit umweltfreundlichen Plug-In-Hybrid-Schiffen zu erweitern und nach einer europaweiten Ausschreibung Ende 2020 den in einem zweistelligen Millionenbereich liegenden Auftrag für zunächst eine Fähre mit der Option für drei Nachbauten an die Schiffbau- und Entwicklungsgesellschaft Tangermünde (SET) vergeben hatte, muss aufgrund einer jetzt getroffenen Entscheidung des von dem Hamburger Wettbewerber Pellas Sietas-Werft angerufenen Hanseatischen Oberlandesgerichtes seine Vergaberichtlinien überarbeiten und den Bietern die Möglichkeit geben, neue Angebote einzureichen. Die Richter, die der HADAG auch die Kosten des Verfahrens auferlegten, rügten insbesondere die Kriterien, die zum Ausschluss der Hamburger Werft geführt hatten. Die Reederei will zunächst das Urteil intern prüfen, um dann „beizeiten über die weiteren Schritte im Beschaffungsprozess zu entscheiden“, wird HADAG-Vorstand Tobias Haack dazu im „Hamburger Abendblatt“ zitiert.

Wie von „an Bord“ berichtet, war das innovative Schiffskonzept gemeinsam mit der NaValue GmbH aus Flensburg entwickelt worden. Der Antrieb der Hafenfähren soll zunächst elektrisch erfolgen, perspektivisch sind die 33 m langen Neubauten für den Betrieb mit Wasserstoff ausgelegt. Im ersten Schritt sollen die Batterien des Schiffes nachts aufgeladen werden, um einen möglichst großen Teil des Betriebes elektrisch durchführen zu können. Da die Batteriekapazität für den gesamten Betrieb nicht ausreichen wird, ist ein sogenannter Range-Extender notwendig. Diese Funktion wird zunächst von einem Diesel-Generator abgedeckt, der zu einem späteren Zeitpunkt durch eine mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzelle ersetzt werden kann. Sobald eine Genehmigung für den Betrieb mit Wasserstoff vorhanden ist, sollen die neuen Fähren komplett emissionsfrei betrieben werden. Im Zuge der Umstellung wird dann ein Brennstoffzellensystem nachgerüstet. Der Wasserstoff soll in palettierten Druckgasflaschen gespeichert werden, welche mit einem RoRo-Prinzip über Laderampen auf das Schiff gebracht werden. Dadurch wird die aufwendige Bebunkerung der Fähren vermieden. JPM