Kreuzfahrt bis ins Donaudelta
Es gibt Reisen, die will man einmal im Leben gemacht haben. Das kann die Passage des Panamakanals sein, ein Trip in die Karibik, oder – auch geografisch viel näher liegend – eine Fahrt auf der Donau in Richtung Schwarzes Meer. Gerhard von Kapff war gespannt auf die Reise mit der BOLERO.
Schiffsreisende sind Globetrotter der besonderen Art. Sie haben die komfortabelste Art und Weise gewählt, um in ihrem Leben möglichst viele Länder besuchen zu können. Es gibt dafür kaum eine bessere Gelegenheit, als eine Reise von Passau bis ins Donaudelta. In immerhin acht Ländern legt das Flusskreuzfahrtschiff des Stuttgarter Veranstalters Nicko Cruises innerhalb 14 Tagen an. Ein Rekord, der wohl nur noch überboten wird, wenn die Donau-Anrainer Republik Moldau und die Ukraine wieder bereist werden können. Kein anderer Fluss der Welt kann dieses Erlebnis bieten.
Die Reise startet in Passau, führt durch Österreich, die Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Bulgarien und Rumänien wieder zurück nach Deutschland. Die BOLERO legt auf dieser Strecke gut 1.780 Flusskilometer zurück. Vom rumänischen Ort Braila aus starten die Touren mit kleineren Ausflugsbooten ins Donaudelta. Wohlgemerkt ins Delta – denn wer die Zehen ins Schwarze Meer strecken will, muss die etwas längere 19-Tage-Variante der Reise buchen.
„Es ist unsere erste Kreuzfahrt überhaupt“, sagen Iris und Thies gespannt. Die 57-Jährige und ihr zwei Jahre älterer Mann sind normalerweise mit dem Wohnmobil unterwegs, wollen diesmal aber eine ganz andere Art des Reisens ausprobieren. Ganz neu ist für sie auch, dass es auf der BOLERO feste Tischnachbarn gibt. Erfahrene Kreuzfahrer wissen um das Lotteriespiel, dessen Ausgang im besten Fall neue Freundschaften beschert, meistens zumindest interessant ist, im Falle von schwierigen Zeitgenossen aber auch durchaus anstrengend sein kann. Doch ein Tischwechsel ist für die Kreuzfahrt-Novizen gar nicht notwendig. Die beiden anderen Paare an ihrem Tisch sind, wie es der Zufall will, ebenfalls Wohnmobilfahrer, wenn auch mit großer Kreuzfahrt-Erfahrung. Besser geht es nicht.

Die BOLERO ist ein 2003 vom Stapel gelaufenes Schiff, das aber stets bestens gepflegt wurde. Im Winter 2024/25 erhielt es in allen öffentlichen Bereichen neue Teppiche, vor allem aber die Kabinen wurden renoviert. Ein modernes Panel mit neuen Leselichtern und jeweils zwei USB-Anschlüssen (auch USB-C) am Kopfende des Bettes verleiht der Kabine einen neuen Style. Auf der Schreibtischseite sorgen weitere Schränke und ein großer Smart-TV für zusätzlichen Komfort. Stauraum ist übrigens, gemessen an normalen Kabinenstandards, in Hülle und Fülle vorhanden. Erstaunlich: Jeder Gast hat zusätzlich einen eigenen Kleiderschrank für Kleider und Anzüge.
Letztere allerdings sind auf der BOLERO nicht notwendig, selbst ein Jackett ist kein Muss. Auch wenn man sich an einem der beiden Galaabende damit vielleicht ein wenig wohler fühlt. Grundsätzlich aber gibt es keine Kleiderordnung – nur lange Hosen sind im Restaurant Pflicht….
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Fotos: Gerhard von Kapff









