Laufsteg zwischen Kontinenten
Die Transatlantic Fashion Week führt von New York nach Southampton. Josef Eisenberger berichtet über die Reise mit der Queen Mary 2 von Cunard Line.
Bereits beim Check-in lässt sich erahnen: Es steht eine ganz besondere Reise an. Mehrere großgewachsene junge Frauen schreiten dynamisch auf der Fastlane an den wartenden Einschiffungsgästen vorbei. Während sich die Köpfe drehen, raunt es im Terminal: Waren das die Models? Der Blick durch die Reihen verrät eine interessante Mischung mit teils extravaganten Outfits unter den mehrheitlich gesetzteren Gästen. Doch Fashion ist kein natürlicher Anziehungspunkt für jeden. Kann eine Themenreise, die sich vollständig der Mode widmet, auch Nicht-Fashionistas auf hoher See überzeugen? Diese Frage begleitet den Moment, in dem die Queen Mary 2 an einem klaren Herbstnachmittag in Brooklyn die Leinen löst.








Atlantik vor Augen, Champagner in der Hand
Auf dem gestuften Außendeck Achtern klirren die Champagner-Gläser an der mobilen Laurent-Perrier-Bar, während die Glasfassaden Manhattans im warmen Herbstlicht glänzen. Die QM2 zieht langsam an der imposanten Freiheitsstatue vorbei. Und schon grüßt eine leuchtend orangefarbige Staten Island Fähre per Hornsignal, ehe die Verrazzano-Narrows-Bridge wie ein letztes urbanes Portal über uns spannt. Der erste Abend gehört nicht dem Laufsteg, sondern dem Ankommen. Im Spezialitätenrestaurant The Verandah, dem Steakhouse an Bord, herrscht gedämpfte Eleganz. Weiß gedeckte Tische, leise Gespräche, ein aufmerksamer Service.
Die klassische siebennächtige Atlantikpassage ohne Zwischenstopps ist ein Relikt aus einer anderen Zeit. Und doch wirkt sie erstaunlich zeitgemäß. Anstelle touristischer Taktung – entspannter Rhythmus und Weite. Die Queen Mary 2 ist dafür gebaut: Ihr langer, schmaler Rumpf schneidet mit fast 25 Knoten souverän durch die See, selbst bei kräftigen Wellen bleibt die Bewegung kontrolliert. Strategisch clever mittschiffs auf den Decks 2 & 3 platziert, lässt sich das Dinner im Hauptrestaurant Britannia auch bei einsetzendem Seegang ruhig genießen. Die Queen Mary 2 zeigt ihren Art-déco-Charakter in klaren Linien, warmen Hölzern, geometrischen Mustern und metallischen Akzenten, die sich durch Lobby, Gänge und Restaurants ziehen. Dieses Design wirkt zugleich monumental und gediegen, fast wie eine architektonische Klammer für die Reise. Bei einem Matcha Latte – auch moderne Kaffeespezialitäten werden im Sir Samuels Café angeboten – kommt leise die Frage auf, welchen Stil der Modedesigner Christian Siriano präsentieren wird, der sonst Stars von Lady Gaga bis Oprah Winfrey einkleidet.
Mit dem ersten vollen Seetag wird der Rhythmus der Reise spürbar. Ein Offizier verkündet exakt um 12:00 mittags per Glockenschlag in der Lobby die tägliche Zeitumstellung. Begleitet wird diese in Szene gesetzte maritime Tradition mit einer Ansprache des Kapitäns Asseem A. Hashmi MNM. Anstatt Jetlag stellen wir auf der östlich führenden Passage die Uhr täglich eine Stunde vor….
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Foots: Josef Eisenberger, CUNARD/Christopher Ison (1)



