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Explora Journey startet durch

Die Reederei Explora Journeys geht in die nächste Phase der Expansion. Bei einem Triple Event in Genua wurde der nächste Neubauabschnitt eingeleitet. Am 9. März wurden bei der Fincantieri-Werft in Sestri-Ponente bei Genua gleich drei Meilensteine gefeiert. Die Kiellegung der Explora V, der Brennstart der Explora VI und das Aufschwimmen der Explora IV. Dieses Schiff soll 2027 besonders den deutschen Markt erobern.

„Wir haben viel vor“, sagt Anna Nash, Präsidentin der Reederei Explora Journeys. Und dabei kommt auch Deutschland als Markt immer mehr in den Fokus. 2027 wird die Reederei erstmals Reisewechsel auch in den deutschen Häfen Hamburg und Warnemünde anbieten. Wenn im April 2027 das vierte Schiff der Flotte von Genua aus Kurs auf den Norden Europas nimmt, stehen neben Kopenhagen und Southampton auch die beiden deutschen Kreuzfahrthäfen im Routenplan.

Die Reederei Explora Journeys ist Teil des Schweizer Reederei-Imperiums von MSC. Der weltweit größten im Familienbesitz befindlichen Reederei. Neben der Kreuzfahrtmarke MSC Cruises und der Fährreederei GNV ist es Explora die dritte wachsende Säule in der Flottenstruktur bei MSC.

Aktuell hat Explora Journeys zwei Schiffe in Fahrt und vier Schiff im Bau. Im Gegensatz zu den beiden ersten 2023 und 2024 in Dienst gestellten Schiffen hat das folgende Quartett einen um 19 Meter verlängerten Rumpf und einen Antrieb mit verschiedenen Optionen. Von Diesel über LNG bis Wasserstoff soll der Treibstoff reichen.

Der verlängerte Rumpf ermöglicht den Einbau der beiden großen LNG-Tanks für den Haupttreibstoff der beiden Wärtsilä-Dualfuel-Motoren. Gebaut werden die vier Schiffe bei der Fincantieri-Werft in Sestri-Ponente bei Genua. Dort belegen die Schiffe jetzt alle Kapazitäten. Die aktuell auch in der Erweiterung befindliche Werft soll bei Fincantieri der Standort für die Luxus-Kreuzfahrtschiffe werden.

Für die Werft in Genua war die Entscheidung von MSC 2021 vermutlich die Rettung. In der Corona-Pandemie gab es Überlegungen zum Umbau. „Damals befand sich die Werft in einer schwierigen Phase – es gab sogar Befürchtungen, sie könnte schließen. Ich glaube, dass unsere Entscheidung, einen Großteil der Explora-Flotte hier in Sestri Ponente zu bauen, dazu beigetragen hat, Fehlentscheidungen zu vermeiden“, sagt Pierfrancesco Vago, Vorstand von MSC Cruises bei dem Event.

Das Konzept von Explora Journeys zielt auf eine elitäre Passagier-Gruppe ab und entwickelt sich gerade besonders stark in verschiedenen Märkten. Etwa 1.000 US Dollar pro Tag und Passagier werden bei einigen Reisen kalkuliert. „Die Marke entwickelt sich hervorragend – auch wirtschaftlich“, sagt Vago stolz.

„Wir kommen jetzt in eine Phase, in der wir mit neuen Kapazitäten weiter große Fortschritte machen“, sagte Anna Nash, die Präsidentin von Explora Journeys. Sie führt seit September 2024 die Luxus-Marke, die im Schweizer Schifffahrtskonzern MSC neben der Kreuzfahrtmarke MSC Cruises etabliert wurde. Nash will die Marke zu einer führenden Adresse im Luxus-Segment für Seereisen etablieren.

Dabei spielt auch Deutschland eine große Rolle. Die Britin verfügt über fast zehn Jahre Erfahrung bei der Hotelmarke Aman und kennt die Märkte und ihre Vorlieben. Nun kurbelt sie die Strukturen bei Explora aus der Schweiz an. Mit der Ablieferung der Explora III im Juli erfolgt das Startsignal für diese Phase. Die Explora IV und Explora V folgen 2027 und die Explora VI dann noch 2028. Weitere Neubauten sind – wie immer bei MSC – natürlich nicht ausgeschlossen.

 „Der Bau der gesamten Flotte stellt eine bedeutende Investition von MSC in Höhe von rund 3,5 Milliarden Euro dar. Eine Investition, die erhebliche wirtschaftliche und beschäftigungspolitische Vorteile für das gesamte Land und insbesondere für Genua und Ligurien generiert“, sagt Vago.

Diese Schiffe sind bei der Größe vergleichbar mit den Sphinx-Schiffen von AIDA. 72800 BRZ und eine Länge von 268 Metern sind die Eckdaten für das nächste „Esplora“-Quartett. Während die Sphinx-Schiffe mit 1097 Kabinen für bis zu 2686  Passagiere ausgelegt sind, haben die Explora-Schiff nur 463 Kabinen für rund 1000 Passagiere. Je nach Belegung der Suiten kann die Passagierzahl zwischen 926 und 1473 variieren.

Bei der Technologie will man ebenfalls Vorreiter sein. Der Einbau einer Brennstoffzellen-Technik mit einer Leistung von bis zu sechs Megawatt soll bei der Explora V und Explora VI weitere Umweltpunkte sammeln. „Alle Schiffe sind mit Landstromanschluss ausgestattet. Jedes Schiff ist zudem für den Betrieb mit erneuerbaren Kraftstoffen, darunter Bio-LNG und synthetisches LNG, vorbereitet “, sagt Vago. Diese Schiffe können damit bei Verfügbarkeit dieser Treibstoffe bei Indienststellung 2027 und 2028 bereits klimaneutral betrieben werden.  FB

Fotos: Frank Behling