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Außerplanmäßige Werftzeit für „Artania“ im französischen Marseille

Der beliebte deutsche Kreuzfahrtveranstalter Phoenix Reisen investiert regelmäßig in die Unterhaltung seiner Kreuzfahrtflotte, so dass die Schiffe regelmäßig Werftaufenthalte absolvieren, um dort optische wie technische Verbesserungen zu erhalten. Die letzte reguläre Werftzeit der Artania auf der Lloyd Werft Bremerhaven liegt gerade einmal ein Jahr zurück.

Für die Artania musste aber aufgrund einer notwendigen Reparatur an einem Bugstrahlruder ein außerplanmäßiger Werftaufenthalt jetzt im Dezember 2025 eingeschoben werden. Dieses wurde im Sommer beschädigt und konnte aufgrund längerer Lieferzeiten aber erst jetzt wieder repariert werden. Trotz des Schadens war das Schiff aber weiterhin ausreichend manövrierbar und hatte von der Klassifikationsgesellschaft Lloyd’s Register die uneingeschränkte Freigabe zur Durchführung weiterer Reisen. Im Rahmen der nun eingeschobenen Werftzeit wurde mit der Reederei BSM gleich ein großes Werftpaket geschnürt, dass aktuell auf der französischen Werft Chantier Naval de Marseille umgesetzt wird.

Für die notwendige Werftzeit hatte Phoenix schon vor ein paar Wochen die Gäste einer 14-tägigen Südeuropa-Kreuzfahrt vom 6. bis 20. Dezember 2025 über die notwendige Absage der Reise informiert.

So werden jetzt im Rahmen des zweiwöchigen Werftaufenthaltes der „Artania“ über fünf Millionen Euro investiert. So erhält das beliebte Kreuzfahrtschiff u.a. neue Fensterscheiben und Balkonkabinentüren, auch werden rund 1.500 Quadratmeter Boden- und Teppichbeläge erneuert. Die Hauptmaschinen und der Schiffsrumpf werden überholt und die Lüftungsanlage wird mit einer klimaoptimierenden Automatisierung ausgestattet.

Ab dem 20.12.2025 ist die Artania dann wieder mit Phoenix Gästen unterwegs zu einer wundervollen Festtagskreuzfahrt. Von der italienischen Hafenstadt Savona nimmt die Artania dann Kurs auf Spanien, Marokko, die Kanarischen Inseln und Madeira. Die Folgereise mit Beginn am 7. Januar 2026 ist dann die 125-tägige Winterreise nach Amerika.

Artania stößt seit Werftzeit im vergangenem Jahr bis zu 80 Prozent weniger Emissionen aus

Erst im Herbst letzten Jahres lag das 231 Meter lange Kreuzfahrtschiff planmäßig für große Umbauarbeiten im Dock der Lloyd Werft Bremerhaven. Neben Umbauten im Hotel- und Gästebereich gab es auch Veränderungen im technischen Bereich. Denn die 1984 in Finnland als Royal Princess erbaute Artania, die seit 2011 von Phoenix betrieben wird, ist das erste Kreuzfahrtschiff weltweit, das die IMO Tier III-Konformität mit fortschrittlicher Abgasrückführungstechnologie (E.G.R.) erreicht hat und damit einen neuen Standard für nachhaltige Kreuzfahrten setzt. Dieses technische Upgrade spiegelt dabei das Engagement für einen saubereren, umweltfreundlicheren maritimen Betrieb wider, ohne die Leistung zu beeinträchtigen.

Bereits im Jahr 2014 hatte das bis zu 1.200 Passagiere fassende Kreuzfahrtschiff auf der Lloyd Werft vier neue Wärtsilä 12V 32E-Motoren erhalten, die die IMO Tier II-Standards erfüllen, indem sie die Stickoxidemissionen (NOx) erheblich reduzieren. Um die strengeren Tier-III-Vorschriften für ökologisch sensible Gebiete wie die norwegischen Fjorde zu erfüllen, erfolgte bei der Werftzeit der Artania im November 2022 ein transformatives Upgrade. In Zusammenarbeit mit dem schwedischen Systemhersteller CET Marine AB und BSM Cruise Services wurde dann im letzten Jahr auf der Lloyd Werft ein innovatives E.G.R.-System direkt an den Motoren installiert, das eine kompakte und hocheffektive Alternative zu den herkömmlichen zur selektiven katalytischen Reduktion (SCR-Systemen) bietet, die normalerweise im Schornstein des Schiffes installiert werden. Durch die hinzugefügten EGR-Systeme konnten die Emissionen des Schiffs um 80% im Vergleich zu den Anforderungen für IMO-Stufe 1 reduziert werden. Damit wird die „Artania“ in einem Jahr ca. 500 t an NOx-Emissionen einsparen. 

Diese Maßnahme verbessert die Fortschritte zur Verbesserung der Luftqualität erheblich, mildert Smog und unterstützt gesündere Ökosysteme. Das Projekt wurde vom norwegischen NOx-Fonds finanziell unterstützt, was sein Engagement für die Reduzierung von Emissionen im Rahmen internationaler Protokolle widerspiegelt. ChrEck

Fotos: Phoenix Reisen (2), Christian Eckardt (1)