Bebunkerung mit Diesel statt Flüssiggas

Was die Mobilitätswende auf der Straße durch mehr elektrische Automobile anstelle Benzin oder Diesel bzw. gasbetriebener Fahrzeuge durch rapide steigende Preise für elektrische Energie beeinträchtigt, ist jetzt auch im Seeverkehr evident: Da e-fuels oder nachhaltiger Wasserstoff noch nicht in ausreichender Menge zu wirtschaftlichen Preisen an genügend Standorten zur Verfügung stehen, sehen sich jetzt auch die auf verflüssigtes Erdgas (LNG) als umweltfreundlichere Brückentechnologie setzenden Reedereien in der Bredouille.

Foto: Jens Meyer

Wegen der gegenüber Marine-Diesel (MGO) fast doppelt zu hoch angestiegenen Preise für LNG betreibt die finnische Fährreederei Viking Line ihre zwischen Turku und Stockholm verkehrende RoPax-Fähre Viking Grace (BRZ 57 565) nach Angaben des Fachportals TradeWinds und anderer Medien bereits seit Ende Oktober nicht mehr mit LNG, sondern dem günstigeren Dieselkraftstoff. Das 2013 in Turku als weltweit erste große Passagier/Autofähre mit LNG-Antrieb abgelieferte Schiff ist mit vier Wärtsilä Dieseln des Typs 8L50 DF Motoren von je 7600 kW für den wahlweisen Betrieb mit Diesel oder Gas ausgerüstet. Bei der Viking Line hofft man, dass eine für Frühjahr 2022 erwartete deutliche Preissenkung für LNG auf ein wirtschaftlich vertretbares Niveau die Rückkehr zu diesem emissionsärmeren Brennstoff ermöglicht.

Auch Rotorsegel entfernt

Zur weiteren Verbesserung ihres ökologischen Fußabdrucks war die Viking Grace 2018 mit einem 24 m hohen Rotor-Segel nachgerüstet worden, das allerdings bei der Jahresüberholung in diesem Frühjahr demontiert wurde, während auf die auf dem in China in der Endausrüstung befindlichen Neubau Viking Glory ursprünglich vorgesehene Installation von Rotorsegeln zunächst verzichtet wurde. JPM