„Iona“ – Das Warten geht weiter

Foto: Frank Behling

Geplant war erst Mai, dann Juli und nun soll es September werden. Die Ablieferung der Iona zieht sich hin. Inzwischen hat das neue Flaggschiff der Reederei P&O Cruises drei Probefahrten absolviert und ist in Bremerhaven bereit für die Ablieferung.

Einen Termin nennen aber weder P&O oder die Meyer Werft. Dabei wäre die Ablieferung für die Werft enorm wichtig, damit die Schlussrate endlich bezahlt werden kann und die Werft endlich wichtige Einnahmen erzielt.

Bislang hat die Meyer-Gruppe 2020 erst zwei Flusskreuzfahrer der Neptun Werft abgeliefert. Für dieses Jahren standen eigentlich Ablieferungen von drei Hochseeschiffen und vier Flusskreuzfahrtschiffen auf dem Plan.

Die Iona für P&O, die Spirit of Adventure für Saga und die Odyssey of the Seas für Royal Caribbean International sollten Papenburg verlassen und durch die Ablieferung der Werft Einnahmen in Milliarden-Höhe bescheren.

Die Iona hätte im Mai den Anfang machen sollen. Jetzt ist die Reederei aber ganz zuversichtlich, die Iona nach der Übergabe „vor dem Herbst“ aus Deutschland abzuholen, hatte P&O-Präsident Paul Ludlow im August mitgeteilt. Herbstanfang ist ja bekanntlich der 21. September – in Deutschland wie in Großbritannien. „Wir sind in guten Gesprächen mit unserem Kunden und ganz zuversichtlich“, sagt Peter Hackmann von der Meyer Werft. Konkrete Termine nennt aber auch die Meyer Werft nicht.

Foto: Frank Behling

Die Reederei P&O sollte das Schiff ursprünglich im Mai übernehmen. Die Endausrüstung wurde aber wegen der Corona-Krise im April gestoppt. Im Juni und August absolvierte das Schiff weitere Probefahrten. Dabei ankerte das Schiff für Maschinentests auch mehrere Tage vor Skagen. Eine finale Probefahrt ist für September vorgesehen. Danach soll es zu Ablieferung kommen.

Die Reisebeschränkungen hatte die Abnahme des Neubaus auch beeinträchtig, da viele Angehörige der global tätigen Carnival-Gruppe nicht zum Schiff reisen konnten.

Die 344 Meter lange Iona ist das dritte von neun Schiffen der Helios-Klasse, die von der Meyer-Gruppe in Papenburg und Turku (Finnland) für verschiedene Reedereien der Carnival Corporation aus Miami bis 2024 baut. Drei dieser Schiffe sind auch für die deutsche AIDA Cruises bestimmt, die 2018 mit der AIDAnova das Typschiff der Klasse von der Meyer Werft bekam.

Mit einer Vermessung von 184700 BRZ ist die Iona jedoch etwa 1000 BRZ größer als die 2018 in Dienst gestellte Schwester AIDAnova. Mit dieser Vermessung ist die in Southampton beheimatete Iona dann das bislang größte in Deutschland gebaute Schiff ist. Der Stückpreis pro Schiff liegt bei etwa einer Milliarde Euro.

Mit 2614 Kabinen hat die Iona zwölf Kabinen weniger als die AIDAnova. Auch das Vorschiff ist anders gestaltet und passt sich wieder den klassischen Linien der großen Liner an.

Beim Antrieb ist die Iona aber baugleich zur AIDAnova. Vier große Dieselmotoren der Baureihe M46DF liefern den Strom für die Elektromotoren in den Azipods und alle Verbraucher an Bord.

Die Helios-Schiffe sind auch die weltweit ersten Kreuzfahrer, die mit verflüssigtem Erdgas (LNG) betrieben werden. Den Strom für die Elektromotoren erzeugen vier MaK-Motoren von Caterpillar aus Kiel und Rostock. An Bord sind drei Gastanks mit einer Kapazität von rund 3600 Kubikmetern LNG eingebaut. FB