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Keine Bewegung der Kreuzfahrer im Golf

Für die sechs im Persischen Golf gefangenen Kreuzfahrtschiffe gibt es weiterhin keine Hoffnung. Die Schiffe liegen seit dem 28. Februar in Doha (Katar), Abu Dhabi und Dubai. Eine Perspektive zur Befreiung ist derzeit nicht absehbar. Besonders prekär ist die Lage für die Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 von TUI Cruises. Die Schwestern sollten im April eigentlich ihre Sommerfahrpläne im Mittelmeer aufnehmen. Selbst bei einer schnellen Öffnung der Straße von Hormus bräuchte beiden Schiffe vier bis sechs Wochen, bis sie im Mittelmeer in ihre geplanten Fahrpläne zurückkehren könnten. Ähnlich sieht es bei MSC aus, deren MSC Euribia in Port Rashid (Dubai) liegt. Das Schiff soll am 2. Mai in Kiel eintreffen und hier die Nordlandsaison eröffnen. Sowohl bei MSC als auch bei TUI Cruises sind inzwischen Planungen für den Fall angelaufen, dass die Straße von Hormus bis zum Sommer nicht mehr passierbar sein wird. Bei TUI Cruises wurden zunächst alle Reisen bis Ende April für die beiden Schiffe abgesagt.

Die zypriotische Reederei Celestyal Cruises hat es besonders schwer getroffen. Gleich beide Schiffe der Reederei liegen im Golf fest. Celestyal Discovery und Celestyal Journey können angesichts der Kriegslage die Golfregion nicht verlassen. Die Celestyal Discovery liegt aktuell in Dubai, die Celestyal Journey in Doha (Katar). „Aufgrund der anhaltenden Lage im Nahen Osten war es uns nicht möglich, unsere Schiffe Celestyal Discovery und Celestyal Journey zurück ins Mittelmeer zu verlegen“, teilte das Unternehmen in dieser Woche mit. „Daher wurden nach sorgfältiger Abwägung alle für April 2026 geplanten Abfahrten abgesagt.“

Als viertes Unternehmen ist die saudische Aroya Cruises mit ihrer Aroya in Dubai betroffen. Das überwiegend mit Passagieren aus der Region betriebene Schiff hat ebenfalls den Fahrplan eingestellt. Die Reedereien der sechs Schiffe haben auch Teile der Besatzungen evakuiert und ausgeflogen, da die Schiffe in den Häfen auch immer in einer Gefahrenzone für iranische Raketen sind.

Von einer schnellen Beruhigung der Lage gehen inzwischen kaum noch Beobachter aus. In dieser Woche hat sich von der Ostküste der USA die Kampfgruppe um den Flugzeugträger George H.W. Bush auf den Weg zum Golf gemacht. Außerdem ist am Dienstag ein großes Atom-U-Boot der „Ohio“-Klasse vor Gibraltar gesehen worden. Die „Bush“ muss den Flugzeugträger Gerald Ford ablösen, der seit dem 24. Juni 2025 im Einsatz ist. Der Träger sollte eigentlich im Januar in seinen Heimathafen Norfolk zurück sein.

Langfristig wird in den Führungsetagen der Kreuzfahrtreedereien die Lage im Orient ebenfalls mit wenig Optimismus betrachtet. So haben AIDA Cruises und MSC bereits die Winterprogramme im Golf gestrichen. Die AIDAprima wird im Winter 2026/27 wieder nach Kiel kommen. Sie war bereits in diesem Winter nach Kiel statt nach Dubai geschickt worden.

Die MSC World Europa wird von MSC Cruises im Winter 2026/27 in die Karibik statt in den Golf verlegt. Weitere Änderungen sind in den kommenden Tagen zu erwarten. Bei Costa Crociere hat man auch ein Alternativprogramm für die Costa Smeralda gefunden. Das Schiff wird die Costa Pacifica bei den Kanaren ablösen. FB

AIDAprima im Hafen Port Rashid/Dubai, Foto: Frank Behling (Archiv/Symbolfoto)