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Neubauten für Carnival in Vorbereitung

Die Zeit läuft. Die letzte Order für neue Kreuzfahrtschiffe der Carnival Corporation liegt schon etwas zurück. Im Juli 2018 wurden die Aufträge bei Fincantieri für die „Sphere“-Klasse der Princess Cruises unterzeichnet. Sämtliche Planungen wurden dann von der Corona-Pandemie überrollt und eingefroren. Doch nun kommt wider Leben in die Projektabteilung des größten Kreuzfahrtkonzerns der Welt.

Besonders heiß glühen die Drähte angeblich in Italien. Mit Fincantieri gibt nach italienischen Medienberichten bereits eine Einigung über den Bau von vier Neubauten für die Carnival Cruise Line ab 2027. Die Größe der Schiffe soll die Marke von 200.000 BRZ übersteigen. Man will schnellstmöglich zu MSC (World-Class) und Royal Caribbean (Icon) aufschließen.

Auf Nachfrage in Miami verweist die Carnival-Reederei auf die Aussagen von Vorstand Josh Weinstein, der bei der Vorlage der 2023er-Ergebnisse die Platzierung eines Auftrags in den nächsten sechs Monaten ankündigte.

In Italien weiß aber auch um die Macht der Tradition. Ein Baubeginn eines neuen Schiffstyps mit bahnbrechenden Innovationen hatte es vor exakt 30 Jahren gegeben, als in Monfalcone ein damals eher unbekannter Unternehmer mit dem Namen Micky Arison das erste Kreuzfahrtschiff mit einer Vermessung von über 100.000 BRZ bauen ließ.

Micky Arison 1996 auf der „Carnival Destiny“, Foto: Frank Behling

1996 präsentierte er an dem Liegeplatz in Monfalcone persönlich die Carnival Destiny, die inzwischen als Carnival Sunshine unterwegs ist. Es ist also höchste Zeit für Micky Arison für einen neuen Coup.

Für den ersten Carnival-Neubau bei Fincantieri wird auf der Werft intern bereits vom Projekt „Destiny“ gesprochen. Es soll eine deutlich größere Ausgabe der „Sphere“-Klasse der Princess Cruises sein. Konkrete Details werden aber nicht genannt. Bei Carnival genießt man gerade die steigenden Buchungszahlen und die Rekordgewinne aus dem vierten Quartal 2023, die zur Tilgung der enormen Schulden aus der Corona-Pandemie eingesetzt werden

Hoffnungen auf neue Aufträge gibt es auch bei der Meyer Werft in Papenburg. Sie hofft für die Schwesterwerft im finnischen Turku auf die Bestellung des dritten Schiffs der „Icon“-Klasse. In Papenburg wurde gerade die Carnival Jubilee abgeliefert. Eine Option für ein Schwesterschiff soll es dort noch geben.

Aber auch bei AIDA Cruises gibt es Hoffnungen auf neue Schiffe ab 2027. Ob diese dann bei Meyer in Papenburg oder bei Fincantieri in Italien entstehen, ist noch unklar. Über laufende Verhandlungen werde in der Schiffbaubranche traditionell nicht öffentlich kommuniziert, heißt es.

„Carnival Jubilee“ 2023 auf der Ems. Foto: Frank Behling

Die Stille bei Carnival ist aber auch ein Tribut an den Konkurrenten Royal Caribbean, der gerade die Icon of the Seas in den Markt einführt. Die Bühne für Micky Arison und seine Carnival Cruise Line ist traditionell das Frühjahr. Je näher der Branchentreff „Seatrade Cruise Global“ im April in Miami rückt, je eher kommt der Zeitpunkt für große Nachrichten aus dem „Fun Ship Headquarter“. FB

Foto oben: „Carnival Destiny“ 1996 in Monfalcone. Foto: Frank Behling