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Havila hat mit Planung neuer Schiffsgeneration begonnen: „Treibstoffverbrauch kann bis zu 30 Prozent gesenkt werden“

Nachhaltigkeit mit Zero Emission als Ziel steht im Fokus der beiden auf der traditionellen Küstenroute zwischen Bergen und Kirkenes als Wettbewerber auf Basis von Lizenzkontrakten mit dem norwegischen Verkehrsministeriums tätigen Reedereien Hurtigruten und Havila Voyages. Die in unterschiedlichen Stadien befindlichen Neubauprojekte der beiden Reedereien setzen u.a. auch auf Windkraft als Zusatzantrieb.

Anlässlich der aktuellen Schifffahrtsmesse Nor-Shipping in Lillestrøm haben der CEO der HAV Group ASA, Gunnar Larsen, und der CEO von Havila Voyages, Bent Martini, am 4. Juni erste Überlegungen zur Fortsetzung ihrer Zusammenarbeit präsentiert, durch die Havila Voyages in der nächsten Vertragsperiode weiter wachsen, die fahrende Flotte weiterentwickeln, die Emissionen weiter reduzieren und eine höhere Energieeffizienz für die nächste Schiffsgeneration erreichen soll.

„Schon mit der aktuellen Flotte können wir durch den Einsatz von Biogas ein Minimum an Schadstoff-Ausstoß erreichen. Die heutigen Schiffe können weiter optimiert und mit grünem Wasserstoff oder Kohlenstoffabscheidung mit LNGameChanger betrieben werden. Das ist realistisch – nicht nur eine Vision“, so Bent Martini.

Darüber hinaus sei es möglich, den Energieverbrauch heutiger Schiffe um bis zu 30 Prozent zu optimieren, was sich deutlich positiv auf die Reduzierung der Emissionen auswirken werde. Angesichts des angestrebten Wachstums auf der Küstenroute werde das Unternehmen, das zwischen dem 3. November2021 und dem 1. August 2023 mit der Havila Capella, Havila Castor, Havila Pollux und Havila Polaris insgesamt vier je rd. 150 Mio. Euro teure 15.800 BRZ-Küstenkreuzfahrtschiffe mit LNG-Hybridantrieb (einschl. eines 86 Tonnen schweren 6,1 MWh-Batteriepaketes) von der türkischen Tersan-Werft in Yalova übernommen hat, auch neue Schiffe bauen müssen.

„Gemeinsam mit der HAV Group haben wir begonnen, die nächste Generation von Schiffen für die Küstenschifffahrt zu planen. Diese werden auf der aktuellen Flotte basieren, aber noch besser sein, mit Eigenschaften, die die bereits starke Basis noch übertreffen“, kündigte Martini an. Die Details der neuen Schiffe seien noch nicht endgültig festgelegt, aber man habe bereits mehrere Lösungen diskutiert. Die Optimierung des Energieverbrauchs an Bord – sowohl im Hotelbetrieb als auch bei den Antriebssystemen – sei gut für die Reduzierung der Emissionen, aber auch wirtschaftlich sinnvoll. Gleichzeitig wolle man Schiffe, die unabhängig vom Energieverbrauch so wenig Emissionen wie möglich verursachen.

Strenge Umweltauflagen der norwegischen Behörden gefordert

„Wir haben eine klare Botschaft an die norwegischen Behörden: viel strengere Umweltanforderungen im nächsten Vertrag. Ganzjährig ein Minimum an Kohlenstoff-Emissionen auf der gesamten Strecke ist unsere feste Empfehlung – und wir sind bereit, dies vom ersten Tag an mit unserer gesamten Flotte zu erreichen“, so Martini.

Martini und Larsen luden den norwegischen maritimen Cluster ein, eng zusammenzuarbeiten, um diese ehrgeizigen Ziele zu verwirklichen. „Der norwegische maritime Cluster ist in Sachen Innovation und Entwicklung Weltklasse. Wir wollen eng mit den Zulieferern zusammenarbeiten, die Lösungen sehen, die die Küstenroute zu einem Leuchtturm für die Reduzierung der Klimaauswirkungen großer Passagierschiffe machen können“, so Martini.

Arbeit hat bereits begonnen

Bei der HAV Group arbeite man bereits an Lösungen sowohl für die aktuelle Flotte als auch für zukünftige Küstenroutenschiffe. „Die Anforderungen von Havila Voyages sind klar, und wir nehmen die Herausforderung mit ganzem Herzen an“, betonte Gunnar Larsen von der HAV Group. „Wir freuen uns sehr auf diese Zusammenarbeit und sind zuversichtlich, dass wir als Anbieter von maritimen Lösungen zusammen mit unseren Tochtergesellschaften die Anforderungen erfüllen können“, betonte HAV Group-CEO Larsen unter Hinweis auf die Bedeutung der Zusammenarbeit innerhalb des maritimen Clusters, um die Ziele zu erreichen. „Gemeinsam können wir Norwegen weiterhin auf die maritime Landkarte setzen. Wir haben die Köpfe und die Ressourcen, um die besten Lösungen zu finden, die sich auch auf andere Bereiche der Schifffahrtsindustrie übertragen lassen. Die Möglichkeiten sind endlos“, ist Larsen überzeugt. JPM

Foto/Rendering: Havila